Köpfe & Positionen

Preisbremse für teure Medikamente

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Für umsatzstarke und teure Arzneien soll nach einem Bericht der Pharmazeutischen Zeitung künftig ab einem bestimmten Schwellenwert auch im ersten Jahr der Erstattungspreis gelten. "Die dafür notwendige Preisrückabwicklung ist aus Sicht der PKV mit problematischen Folgen verbunden", betont PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach in einem Statement gegenüber VWheute.
Im ersten Jahr nach der Markteinführung eines neuen Arzneimittels gilt der vom Hersteller festgesetzte Preis. Der zwischen GKV-Spitzenverband und pharmazeutischem Unternehmen im Benehmen mit dem PKV-Verband verhandelte Erstattungsbetrag für ein neues Arzneimittel gilt erst ab dem 13. Monat nach Markteinführung.
Der Pharmadialog hat sich mit der Problematik sehr hoher Preise im ersten Jahr nach Markteinführung befasst. Zur Eindämmung der Ausgaben soll eine Umsatzschwelle eingeführt werden, bei deren Überschreiten der Erstattungsbetrag bereits vor Ablauf der Jahresfrist gilt.
Die dafür notwendige Preisrückabwicklung ist aus Sicht der PKV mit problematischen Folgen verbunden. Sie könnte für PKV und Beihilfe zwar grundsätzlich über die Zentrale Stelle zur Abrechnung von Arzneimittelrabatten (ZESAR) vorgenommen werden. Dafür wäre allerdings eine gesetzliche Erweiterung des Aufgabenbereichs von ZESAR notwendig, um Rechtsunsicherheiten zu vermeiden. Ein solches Verfahren könnte zudem die Selbstzahler nicht erfassen. Sie würden also nicht von rückwirkend niedrigeren Preisen profitieren, sondern hätten durchgehend die vom Hersteller festgesetzten Preise zu zahlen.
Auch durch die vom Pharmadialog verabredete Einführung vertraulicher Erstattungsbeträge würden Selbstzahler zukünftig schlechter gestellt: Während sie heute verordnete Arzneimittel zum verhandelten Preis in der Apotheke erhalten, müssten sie künftig den vom Hersteller festgesetzten, in der Regel deutlich höheren Preis zahlen. Dies könnte zur Folge haben, dass mehr Rezepte zu Lasten der Versichertengemeinschaft eingereicht würden.
Bild: PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach (Quelle: PKV)
PKV · Pharmazie
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