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Keine "Schwacke-Liste" für Kunst

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Standardisierte Kriterien für Wertminderungen an Kunstwerken nach Schäden soll es auch künftig nicht geben. "Wir haben wöchentlich mit Wertminderung zu tun. Im allergrößten Teil der Schadenfälle (bei wahrscheinlich 80 bis 90 Prozent) finden wir sehr schnell eine Lösung und auch im verbleibenden Rest geschieht alles einvernehmlich. In den letzten zehn Jahren hatten wir keinen Fall vor Gericht", sagte Dirk Heinrich, Managing Director der Axa Art.
Bodo Sartorius von der Aris Title Insurance hatte dem Panell die US-Praxis vorgeschlagen, wonach Versicherer das Recht auf die Übernahme des beschädigten Kunstwerkes bei Wertminderungen ab 30 Prozent haben. Dies stieß auf weit gehende Ablehnung. So sehen Vertreter der Museen etwa die kulturelle Aufgabe des Erhaltens und den Leihverkehr in Gefahr. Auch eine "Schwacke-Liste" zur Standardisierung von Wertminderungen wird abgelehnt - von den Vertretern der Sachverständigen, weil diese um ihre Aufgaben fürchten, und von der Assekuranz, weil Kunst zu individuell sei.
"Es gibt keinen Schaden, bei dem Wertminderung keine Rolle spielt - zumindest solange das Kunstwerk noch vorhanden ist", sagte Versicherungsmakler Stephan Zilkens, Organisator des Kölner Kunstversicherungsgespräch auf der 50. Art Cologne. Da Kunst immer stärker der Geldanlage und der Spekulation dient, rückt die Wertminderung im Schadenfall zunehmend in den Fokus.
Zilkens schätzt das Beitragspotenzial der Kunstversicherung weltweit auf 17,4 Mrd. US-Dollar, versichert sei davon aber nur rund ein Zehntel, die sich nicht allein auf die Kunstversicherung, sondern auch auf die Sparten Transport-, Hausrat- sowie sonstigen Sachversicherungen verteilten. 80 Prozent der Beiträge stammten von Galerien. Für Deutschland geht er von einem Niveau von 130 Mio. Euro aus. Die Kunst- und Ausstellungsversicherungen kamen laut GDV 2015 auf knapp 58 Mio. Euro. (lie)
Bild: Dirk Heinrich, Managing Director der Axa Art, beim Kölner Kunstversicherungsgespräch auf der 50. Art Cologne (Quelle: lie)
Kunstversicherung · Axa Art · ArtCologne
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