Schlaglicht

Wiesenhof-Brand: Versicherung reicht nicht für Löhne

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Laut der Osnabrücker Zeitung reicht die Versicherung des Wiesenhof-Konzerns nicht aus, um nach dem Brand am Ostermontag und dem folgenden Betriebsausfall des Werks die Löhne aller rund 750 dort festangestellten Mitarbeiter zu sichern. Damit würden sich die Anzeichen verdichten, wonach Wiesenhof sich bald von einem Teil Belegschaft trennen werde.
Verheerende Großbrände wie beim Geflügelschlachter Wiesenhof sind beispielhaft für das chronisch verlustreiche Feuergeschäft der Versicherer. Die Schadenhöhe übersteigt die Beiträge, ein Übermaß an Anbietern drückt die Preise. Vor dem Hintergrund digital vernetzter Lieferketten bereitet den Industrieversicherern indes nicht der Totalschaden einer abgebrannten Fabrik die meisten Sorgen, sondern die Deckung einer langen Betriebsunterbrechung, berichtete VWheute.
Im Fall von Wiesenhof ist nun bekannt, dass die anfallenden Lohnkosten angesichts der zu erwartenden Schadenshöhe "nicht annähernd finanziell gedeckt sind", wird eine Unternehmenssprecherin von Wiesenhof in der Osnabrücker Zeitung zitiert. Die genaue Zahl der Entlassungen unter den Festangestellten werde man erst nach den Gesprächen mit den Sozialpartnern mitteilen.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und die niedersächsische Landesregierung hatten zuletzt Klarheit über den Versicherungsstatus gefordert. Eine entsprechende Betriebsausfallversicherung könnte die Löhne fortzahlen. Offensichtlich reicht die Versicherungssumme dazu aber nicht aus. Nach ersten Schätzungen entstand ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. (vwh/dg)
Bildquelle: Marco Zaremba / pixelio.de
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