Schlaglicht

Kapitalanlagen: Nur kaufen, was man versteht

Von Tobias DanielTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Thema erneuerbare Energien und Infrastruktur gewinnt auch bei der Meag, dem Vermögensverwalter der Munich Re, immer mehr an Bedeutung. Peter Schenk leitet das Kapitalanlagecontrolling und erläutert im Interview mit VWheute, welche Rolle das Risikomanagement im Bereich der Kapitalanlagen spielt und wo die Schwerpunkte im Portfolio liegen.
VWheute: Aktienturbulenzen und niedrige Zinsen zählen derzeit zu den größten Herausforderungen bei der Anlagestrategie. Wie geht die Meag angesichts dessen mit diesen Herausforderungen um?
Peter Schenk: Wir verfolgen eine langfristig ausgerichtete Kapitalanlagestrategie. Die Kapitalanlagen orientieren sich an den Zahlungsverbindlichkeiten im Versicherungsgeschäft. Aktien halten wir nur zu einem geringen Teil, die Marktturbulenzen haben deswegen nur einen begrenzten Einfluss auf unsere Kapitalanlagen. Der Anlageschwerpunkt liegt nach wie vor bei den Anleihen, wobei wir stärker diversifizieren, z.B. in Unternehmensanleihen. Darüber hinaus ergänzen wir unser Portefeuille mit illiquiden Kapitalanlagen, wie z.B. Erneuerbare Energien und Infrastruktur. Wir begleiten diese Investitionen mit einem sehr aktiven Risikomanagement.
VWheute: Die Finanzkrise und die daraus resultierenden regulatorischen Veränderungen wirken sich auch auf das Anlage-Management der Versicherer aus. Wie geht die Meag damit um?
Peter Schenk: Die Krisenanfälligkeit der Weltwirtschaft und der internationalen Kapitalmärkte bestätigt uns in unserem grundsätzlichen Vorgehen, nur zu kaufen, was wir auch verstehen. Das bedeutet im Risikomanagement, das wir alle relevanten Risiken erfassen, berechnen und ausweisen können. Wenn Risiken nicht transparent genug sind, kaufen wir die betreffenden Kapitalanlagen nicht. Die regulatorischen Herausforderungen sind vielfältig, allen voran ist Solvency II zu nennen. Wir steuern bereits seit einigen Jahren nach Solvency II, die dahinter stehende Risikosicht entspricht unserem Ansatz im Risikomanagement.
VWheute: Das in Indexanleihen verwaltete Vermögen soll sich bis 2020 auf mehr als fünf Billionen Dollar verdoppeln. Was bedeutet dies für die Anlagestrategie der Versicherer?
Peter Schenk: Die Assets under Managements bei passiv gemangten Investmentfonds nehmen zu. Auch wir setzen ETFs, wo sinnvoll, in der Konzernanlage ein, allerdings nur punktuell in kleineren Mandaten. ETFs müssen wir im Risikomanagement genau rechnen können, deswegen haben wir eine natürliche Präferenz für physisch gegenüber synthetisch replizierenden Fonds. Aufgrund unserer Größe und unseren Anforderungen an eine möglichst exakt bedürfnisorientierte Kapitalanlage stellen wir unsere Portfolien prinzipiell individuell zusammen.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.
Bild: Peter Schenk leitet das Kapitalanlagecontrolling bei der Meag und spricht heute beim Leipziger Gesprächskreis "Asset-Management" in Wien.
Kapitalanlagen · Meag · Assets
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