Schlaglicht

Diese Woche: Wahlkampfthema Altersvorsorge

Von Rafael KurzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Horst Seehofer (CSU) poltert gegen Riester, Die Welt am Sonntag ruft den Sparnotstand aus - die Altersvorsorge wird in Position gebracht als Wahlkampfthema für den Bund 2017. Und dennoch: Rund zwei Billionen Euro liegen nahezu unverzinst herum.
Wie Sparen vom Traum zum Trauma wird, rechnet die Welt am Sonntag vor: Jeder Bundesbürger hat die Niedrigzinspolitik bis Ende des Jahres mit 2.450 Euro bezahlt, insgesamt hätte EZB-Chef Mario Draghi und Mitstreiter das Volk so saldiert um 200 Mrd. Euro erleichtert - ein immenser Wohlstandsverlust.
Weiteres Ungemach droht: In der kommenden Woche geht ein Gesetz zur Investmentbesteuerung in die erste Lesung: die trifft im Kern mit der Besteuerung die Publikumsfonds, in die vor allem Anlagebeträge von Altersvorsorgesparern und Kleinsparern fließen.
In die politischen Mühlen gerät aktuell die Riester-Rente. Es scheint geradezu konzertiert, dass Horst Seehofer pünktlich zum Koalitionsgipfel die Reform als gescheitert brandmarkt (siehe POLITICS). Man darf gespannt sein, welches Paket die Politik am Ende aus Deutschlandrente, Lebensleistungsrente, bAV-Reform und Riester schnürt.
Auch die Versicherer warnen vor der Altersarmut. "Wir alle müssen Altersvorsorge neu denken", hat unlängst GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg von Fürstenwerth erklärt. Er sieht Politik und Branche gefragt: Neue Garantien und ein Festhalten am Renteneintritt von 67 Jahren können hier nur erste Schritte sein. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will jetzt der Niedrigzinspolitik doch ein Ende bereiten. Auf dem G20-Gipfel in Washington will er für den Entzug vom billigen Geld werben. (siehe SCHLAGZEILEN)
Im Versicherer-Alltag geht es zunächst darum, das vom Kunden zur Verfügung gestellte Kapital gewinnbringend anzulegen Hier trifft die Erkenntnis von Helmut Kohl: "Entscheidend ist, was hinten rauskommt." Kapitalanlagen sind längst Überlebensfaktor im Vorsorgebetrieb (siehe KÖPFE, DOSSIER). Neugeschäft-Lawinen und Explosionen im versicherungstechnischen Ergebnis sind nicht zu erwarten. (ku)
Bildquelle: Fotolia
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