Märkte & Vertrieb

Wearables und Fitnesstracker für die Leistungsprüfung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Von Hedda Kristen. Wearables, Social Media und Health Apps sind nicht einfach nur Buzzwords, sie sind in der Gesellschaft angekommen und machen auch vor der Versicherungsbranche nicht Halt. Speziell für Lebensversicherer ist das Sammeln von digitalen Gesundheitsdaten und das Interesse der Gesellschaft daran von großer Bedeutung.
Gamification, also die Anwendung spieltypischer Elemente und Prozesse in einem spielfremden Kontext, sind ein weiterer Aspekt in der Debatte: Über den Vergleich mit der eigenen Community und der Teilnahme an Bonusprogrammen kann der Versicherte zusätzlich motiviert und incentiviert werden. Highscores, Ranglisten und Fortschrittsbalken geben dem Kunden eine direkte Rückmeldung zu seinen Bemühungen.
Wie können Versicherungsunternehmen diese Entwicklungen nutzen?
  1. Vor dem Abschluss: Personalisierte Schnittstellen
  2. Im Bereich der Risikoprüfung ermöglichen die aufgezeichneten Daten eine breitere Betrachtungsbasis. Wearables bieten hier eine sehr gut personalisierbare Schnittstelle zum Versicherten, die die Risikoprüfung weg von der reinen Stichtagsbetrachtung führt.
  3. Während der Laufzeit: Prävention
  4. Während der Vertragslaufzeit rückt der Punkt der Prävention in den Vordergrund. Die Informationen aus den mobilen Anwendungen können helfen, den Eintritt des Versicherungsfalls frühzeitig zu verhindern und den Versicherten dabei zu unterstützen, seine Leistungsfähigkeit zu bewahren.
  5. Im Falle des Falles: Bessere Behandlungsmöglichkeiten
  6. Tritt der Versicherungsfall ein, wird über das Daten-Tracking eine bessere Behandlung erreicht sowie die Therapietreue erhöht. Zeichnet sich hier eine negative Entwicklung ab, kann Krisen proaktiv entgegnet werden. Die Chancen auf eine Reaktivierung steigern sich dadurch. Eine Vielzahl von Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislaufbeschwerden können durch die Anpassung der Verhaltensweisen und bessere persönliche Entscheidungen beeinflusst werden.
    Erste Versicherer haben die Chancen von Wearables & Co. bereits erkannt. Aktuelle Studien zeigen, dass immer mehr Versicherte bereit sind, ihre Fitnessdaten für die Versicherung preiszugeben. E-Health kann und wird das Geschäftsmodell der Versicherer damit zukünftig in vielen Bereichen beeinflussen.
    Die Vereinigung von Versicherungsmedizinern, Antrags- und Leistungsprüfern (VVAL e.V.) beleuchtet dieses Thema am 28. April 2016 auf ihrer Jahrestagung unter dem Motto: "Die Lebensversicherung im Zeitalter der neuen Technologien" in Köln.
    Bild: Hedda Kristen ist Senior Referentin im Bereich Leben Markt/Rückversicherung bei der Deutsche Rückversicherung AG und Vorstandsmitglied der VVAL e.V. (Quelle: privat)
    Lebensversicherung · Wearables
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