Politik & Regulierung

Minijobber und Frauen profitieren vom Mindestlohn

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns hat laut Statistischem Bundesamt dazu geführt, dass vier Millionen Jobs besser bezahlt werden. Minijobber, Frauen sowie Beschäftigte in Gastronomie und Einzelhandel profitieren besonders von der Regelung. Ob Jobs durch den Mindestlohn weggefallen sind, lässt sich anhand der Daten allerdings nicht sagen.
Im April 2014, relativ kurz vor Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes, gab es in Deutschland 5,5 Millionen Jobs, die geringer bezahlt wurden als der neue Mindestlohn von brutto 8,50 Euro je Arbeitsstunde. Unter die Regelungen zum Mindestlohn, die seit 1. Januar 2015 gelten, fielen 4,0 Millionen dieser Stellen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die restlichen 1,5 Millionen betreffen Ausnahmen bei Auszubildenden, Praktikanten und Beschäftigten unter 18 Jahren.
Mehr als die Hälfte - 2,2 Millionen - waren Minijobs, der Rest Vollzeit- und Teilzeitstellen. Frauen machten einen Anteil von 61,7 Prozent an den Geringverdienern aus. 82,3 Prozent der Jobs entfiel auf Betriebe ohne Tarifbindung, insbesondere in den Branchen  Einzelhandel und Gastronomie.
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sieht in den Zahlen eine Bestätigung für die Einführung des Mindestlohns. "Er hat keine Jobs vernichtet, er hat viele Jobs besser gemacht", sagte sie dem Tagesspiegel.
Auf Ostdeutschland entfiel mit 1,1 Millionen gut ein Viertel der geschützten gering bezahlten Jobs. Das entspricht 22 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse in Ostdeutschland. Dabei handelte es sich am häufigsten um Vollzeitstellen (0,4 Millionen). In Westdeutschland waren mit 2,9 Millionen 8,9 Prozent aller Jobs vom Mindestlohn betroffen. Sie waren zu knapp zwei Dritteln geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse, sogenannte Minijobs (1,9 Millionen). (vwh/dg)
Bildquelle: uschi dreiucker / pixelio.de
gesetzlicher Mindestlohn
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