Unternehmen & Management

Allianz verkauft verlustreiche Südkorea-Tochter an Anbang

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der für seine erworbenen Luxushotels bekannte chinesische Versicherer Anbang hat wieder zugeschlagen. Das aktuelle Kaufobjekt ist die Allianz Life Insurance Korea und Allianz Global Investors Korea von dem Münchener DAX-Konzern. Deren Chef Oliver Bäte hatte im Herbst angekündigt, bei defizitären Töchtern härter durchzugreifen. Anbang beziffert den Kaufpreis auf mehr als drei Mio. Dollar. Allianz-Papiere zogen mehr als ein Prozent an.
Vor zwei Monaten räumte Allianz-Chef Oliver Bäte ein, dass das Asiengeschäft aufgrund der hohen Zinsgarantien auf Lebensversicherungen sich nicht mehr rechnet. Europas größter Versicherer war seit 1999 in Südkorea aktiv. Der Verkauf der Tochter würde laut einem Sprecher die Bilanz mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag belasten.
Vor kurzem wurde bekannt, dass die Allianz ihr Lebengeschäft in Italien veräußert, wie VWheute berichtete. Der Verkauf des betroffenen Bestands mit einem Volumen von 4,5 Mrd. Euro würde den Münchnern 200 Mio. Euro einbringen. Auch in Italien leidet die Allianz unter den hohen Zinsversprechen, die sie in der Vergangenheit gegeben hatte. Deswegen setzt der Konzern zunehmend auf Infrastrukturprojekte, wie VWheute meldete.
Anbang ist dagegen international auf Expansionskurs und sicherte sich vergangenes Jahr zahlreiche Beteiligungen an Versicherern in Asien und den USA. Das Allianz-Geschäft in Südkorea hatte laut Anbang Ende 2015 Aktiva im Wert von rund 15 Mrd. US-Dollar und zählte 1,1 Millionen Kunden. Es wäre die zweite Akquisition der Chinesen in Südkorea. Vor einem Jahr erwarb die Gruppe für eine Mrd. Dollar eine Kontrollmehrheit an dem Lebensversicherer Tong Yang Life Insurance Co.
Mit dem Allianz-Deal will die chinesische Versicherungsgruppe ihr Asiengeschäft weiter ausbauen. Allianz-Vorstand Maximilian Zimmerer sieht Anbang in "einer sehr guten Position", das Unternehmen "zu einer noch stärkeren Organisation mit einer erfolgreichen Zukunft weiterzuentwickeln", heißt es in einer Pressemitteilung. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die örtlichen Aufsichtsbehörden. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.
Schlagzeilen hatte Anbang zuletzt mit einem Bietergefecht um die Starwood-Hotels (Sheraton, Westin Grand) gemacht. Die Chinesen unterlagen gegen den Rivalen Marriott, konnten jedoch für 6,5 Mrd. Dollar den Zuschlag für Strategic Hotels & Resorts erhalten. Anbang gehört bereits das weltberühmte Hotel Waldorf-Astoria in New York. (vwh/dg)
Bild: Shanghai, Sitz der Anbang Insurance Group (Quelel: Ralf Hanke / pixelio.de)
Auch interessant
Zurück
14.09.2018VWheute
Südkorea will Versi­che­rung für Kryp­towäh­rungen einführen Kryptowährungen erleben derzeit einen wahren Goldrausch. Kein Wunder, dass das digitale …
Südkorea will Versi­che­rung für Kryp­towäh­rungen einführen
Kryptowährungen erleben derzeit einen wahren Goldrausch. Kein Wunder, dass das digitale Geld auch bei digitalen Langfingen derzeit besonders beliebt ist. Der ostasiatische Tigerstaat Südkorea will nun die Handelsbörsen …
23.07.2018VWheute
Anbang muss Immo­bi­lien verkaufen Nächster Schlag für den chinesischen Versicherungskonzern Anbang: einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters …
Anbang muss Immo­bi­lien verkaufen
Nächster Schlag für den chinesischen Versicherungskonzern Anbang: einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge muss das Unternehmen mehrere Immobilien im Ausland verkaufen. Mit der Veräußerung sollen rund zehn Mrd. US-Dollar eingenommen …
28.06.2018VWheute
Deut­sches WM-Spiel dürfte Millionen kosten Es war das entscheidende Vorrundenspiel für die deutsche Fußball-Nationalelf gegen Südkorea um die …
Deut­sches WM-Spiel dürfte Millionen kosten
Es war das entscheidende Vorrundenspiel für die deutsche Fußball-Nationalelf gegen Südkorea um die Qualifikation für das Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2018. Laut einer Schätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) dürften …
04.06.2018VWheute
Ex-Anbang-Chef will in Beru­fung gehen Der frühere Anbang-Chef Wu Xiaohui will sich mit seiner Verurteilung nicht abfinden und in Berufung gehen. Das …
Ex-Anbang-Chef will in Beru­fung gehen
Der frühere Anbang-Chef Wu Xiaohui will sich mit seiner Verurteilung nicht abfinden und in Berufung gehen. Das haben seine zwei Anwälte angekündigt. Einer der beiden Juristen das prominente Politbüro-Mitglied Bo Xilai verteidigt. Der …
Weiter