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Tourismus trotzt dem Terror

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Tourismus braucht Sicherheit - denn die größte Branche der Welt ist ein äußerst sensibles Konstrukt. Je abhängiger die Volkswirtschaften eines Landes von den Gästen aus dem Ausland ist, desto empfindlicher reagiert sie auf Bedrohungen von außen. Genau darauf setzen zurzeit die Terroristen des sogenannten "Islamischen Staates". Ob und inwieweit sich diese Bedrohung auf die Touristen auswirkt, lässt sich nur schwer sagen.
So haben vor allem die Terrorfolgen in der Türkei und Nordafrika deutliche Spuren bei den Buchungszahlen hinterlassen. Allein nach dem Terroranschlag in Istanbul mit zehn getöteten deutschen Urlaubern im Januar dieses Jahres sind die Sommerbuchungen für die Türkei um 40 Prozent zurückgegangen, berichtet Mario Köpers, Sprecher des Reiseunternehmens TUI gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Noch stärkerer Rückgänge gebe es demnach für die Branche in Ägypten und Tunesien. Die Alternative: Spanien, Portugal, Italien oder schlicht im Heimatland selbst.
Immerhin: Der Terror in Europa und der Welt beeinflusst derzeit durchaus das Reiseverhalten der Deutschen. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid spielt die aktuelle Bedrohungslage bei 31 Prozent der Deutschen eine durchaus relevante Rolle beim Thema Urlaubsplanung. Rund 21 Prozent der Befragten wollen daher in kein muslimisches Land mehr reisen. Jeweils zehn Prozent wollen zudem auf Flugreisen verzichten oder Großstädte meiden. Rund acht Prozent wollen gar ganz zuhause bleiben.
Auf die Übernachtungs- und Buchungszahlen scheint die aktuelle weltpolitische Lage allerdings nur einen mäßigen Einfluss zu haben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verzeichnete der Deutschlandtourismus im Jahr 2015 mit 436,4 Millionen Übernachtungen aus dem In- und Ausland (plus drei Prozent gegenüber 2014) einen neuen Rekordstand. Davon gingen 356,7 Millionen (82 Prozent) auf deutsche Gäste zurück.
Die Zahl der Übernachtungen aus dem Ausland stieg 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent auf insgesamt 79,7 Millionen Übernachtungen. Besonders beliebt ist Deutschland vor allem bei den Nachbarn aus den Niederlanden mit 11,2 Millionen Übernachtungen (plus 1,6 Prozent), gefolgt von der Schweiz mit 6,4 Millionen Übernachtungen (plus 1,6 Prozent). Im Ranking der Gäste aus den Überseemärkten besetzt China mit 505.000 zusätzlichen Übernachtungen die Spitzenposition, gefolgt von den USA mit einem Plus von 439.000 Übernachtungen sowie den arabischen Golfstaaten mit einem Plus von 330.000 Übernachtungen.
In diesem Jahr rechnet der Deutsche Tourismusverband (DTV) auf Anfrage von VWheute "mit einem weiteren Anstieg der Übernachtungen um rund zwei Prozent". "2016 wird für das Reiseland Deutschland ein gutes stabiles Jahr", betonte eine Sprecherin des DTV. Demnach bleibe die Reiselust auf weiterhin hohem Niveau, das Heimatland unangefochten die Nummer Eins unter den Reisezielen.
Auch der Deutsche Reiseverband (DRV) geht nicht davon aus, dass die Reiselust der Deutschen bislang nachhaltig durch die aktuelle weltpolitische Lage gelitten hat. "Mitnichten ist der Deutsche urlaubsmüde - im Gegenteil", betonte Norbert Fiebig, Präsident des DRV, bereits vor dem Hintergrund der ITB 2016 in Berlin. Besonders beliebt scheint in diesem Jahr die Karibik - allen voran die Dominikanische Republik, Kuba und Mexiko. Auch die Urlaubsländer in Mittel- und Südamerika weisen laut DRV prozentual zweistellige Wachstumsraten auf.
Ebenso beliebt: Ziele in Asien - besonders Thailand - sowie in Spanien, Portugal und Italien oder Bulgarien. Selbst Südafrika und Namibia erfreuen sich laut Verband erneuter Beliebtheit. Auch kleine Märkte wie Island, Norwegen und Dänemark verzeichnen hohe prozentuale Zuwächse. Reiseziel Nummer Eins der Bundesbürger bleibt nach wie vor jedoch Deutschland - allen voran die Nord- und Ostseeküste. (vwh/td)
Bildquelle: Rike / pixelio.de
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