Schlaglicht

ADAC setzt aufs E-Bike

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) setzt ab Ende diesen Monats beim Thema Pannenhilfe auch auf das Fahrrad, elektrifiziert versteht sich. Dazu reiht der Verkehrsclub auch noch sogenannte Quads in seinen umfangreichen Fuhrpark mit ein. Ziel des Pilotprojekts ist eine verbesserte Pannenhilfe in Ballungsräumen und auf Großveranstaltungen wie Musikfestivals. Auch die Hubschrauberflotte wird Stück für Stück erneuert.
Allein für die Modernisierung des Fluggeräts nimmt der ADAC rund 130 Mio. Euro in die Hand. Nicht ganz so teuer wird die Investition in E-Bikes und Motor-Quads: Ab Ende April dürfen die Mitglieder und solche die es im Rahmen ihrer Panne dann oft werden, mit "Gelben Engeln" auf Pedalen rechnen. Im Rahmen eines Pilotprojektes sind zwei E-Bikes und zwei Quads in Berlin und Stuttgart unterwegs, ein Ausbau dieser Verkehrsmittel scheint, abhängig vom Gesamtergebnis, beschlossene Sache.
Damit reagiert der ADAC, mit rund 19 Millionen Mitgliedern größter Verein Deutschlands und weltweit zweitgrößter Verkehrsclub, auch auf die Herausforderungen der Zukunft. Zumal die Potenziale bei der Luftrettung (ca. 4.000 Einsätze pro Jahr), der Pannenhilfe (3.980.918 Einsätze in 2015, plus ein Prozent im Vergleich zu 2014) oder auch der Ambulanzdienste (plus 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) wohl weitestgehend ausgeschöpft sind und eine flächendeckende Pannenhilfe i.d.R. unter 45 min. mit dem Einsatzfahrzeug vor Ort gewährleistet ist.
Mit Interesse verfolgt der ADAC in diesem Zusammenhang auch die Aktivitäten der Versicherungswirtschaft, die zunehmend als Marktteilnehmer bzw. Wettbewerber betrachtet wird. Die Versicherer hatten am vergangenen Montag dieser Woche den Startschuss für ihr eigenes, automatisches Notrufsystem gesetzt (VWheute berichtete). Dazu sagte ADAC-Vizepräsident Technik, Thomas Burkhardt auf Nachfrage im Interview mit VWheuteTV: "Eine Gefährdung des eigenen Geschäftsmodells sehe ich nicht, aber die Gefahr einer Zerrsplitterung, wenn jeder Hersteller sein eigenes System einrichten will." Auch deshalb hat sich der ADAC über seinen Versicherungspartner Zurich an dem Projekt beteiligt.
Wie der ADAC-Vizepräsident die aktuellen Zahlen grundsätzlich bewertet, wo sich Wachstumspotenziale bieten und welche Rolle ein guter Service zur Differenzierung gegenüber Wettbewerbern spielt, erläutert Burkhardt hier im exklusiven Video-Interview. (vwh/ak)
Bild: Ganz im Zentrum des Medieninteresse: ADAC-Pannenhilfe per Fahrrad. (Quelle: Alexander Kaspar)
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