Köpfe & Positionen

Rahmenversicherungen decken abgesagte Skievents

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Skiurlauber spüren es schon lange, nun trifft es die Profis im Weltcup. Der milde Witter bereitet nicht nur dem Wintertourismus Probleme, sondern auch Sportveranstaltern. Wegen Schneemangels mussten zahlreiche Sportevents abgesagt werden. Hubert Schwarz vom Deutschen Skiverband erklärt, wie der DSV die wirtschaftlichen Risiken von Weltcup-Absagen absichert.
"Wetterbedingte Ausfälle sind kein neues Phänomen, die gab es früher auch. Vor 20, 30 Jahren konnten wir Weltcups jedoch einfacher verlegen", sagt Hubert Schwarz im GDV-Interview. Der Geschäftsführer der DSV Verwaltungs GmbH kümmert sich im Deutschen Skiverband um organisatorische und wirtschaftliche Belange.
"Die Standards zur Durchführung eines Weltcups sind über die Jahre gestiegen – und damit auch die Kosten, die leicht 500.000 Euro erreichen können. Das Risiko, darauf sitzen zu bleiben, kann heute kein Verein mehr tragen. Deswegen haben wir als Verband vor etwa zehn Jahren eine Rahmenversicherung abgeschlossen, mit der wir die rund 15 Weltcups unter dem Dach des DSV absichern – vom Biathlon über Langlauf bis zu den Alpinen. Der Vorteil der Rahmenvereinbarung ist der Risikoausgleich. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Weltcup wegen Schneemangels ausfällt, ist bei den Skispringern geringer als bei den Alpinen", erklärt Schwarz.
Konkret funktioniert die Absicherung wie folgt: "Die Organisatoren der Weltcups melden uns ihr Budget an. Dann stellen wir uns die Frage, welche Risiken wir absichern wollen, was die Versicherung leisten muss und was sie uns kosten würde. Die Bedingungen handeln wir regelmäßig neu aus. Der DSV übernimmt im Versicherungsfall den Selbstbehalt, die Prämie teilen sich die Veranstalter. Wegen der Kosten war anfangs nicht jeder begeistert, inzwischen hat sich die Lösung bewährt."
Schwarz ist sicher, dass hierzulande Weltcups noch in 20 bis 30 Jahren stattfinden werden. Um das Ausfallrisiko zu minimieren, sei allerdings ein gutes Schneemanagement unabdingbar. "Wir können den Vereinen beispielsweise Maschinen zur Verfügung stellen, die auch bei Plusgraden noch Schnee produzieren. Eine andere Möglichkeit sind Depots, um Schnee in großen Mengen bis zum Wettkampftag einzulagern. DSV, Veranstalter und Kommunen arbeiten da sehr eng zusammen. Die Weltcups haben ja nicht nur einen sportlichen Wert, sie sind für die Orte auch von immenser wirtschaftlicher Bedeutung", betont der Geschäftsführer des DSV. (vwh/dg)
Bild: Hubert Schwarz, Geschäftsführer der DSV Verwaltungs GmbH. Gewann als Nordischer Kombinierer mit dem Team Gold bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1985 in Seefeld und drei Jahre später bei den Olympischen Spielen in Calgary. (Quelle: GDV)
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