Schlaglicht

Outsourcing mit Gewinn

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Für viele Versicherer ist die Vergabe von Dienstleistungen an externe Anbieter zu einem wichtigen unternehmerischen Schlüsselfaktor geworden. Allein 2012 lag der gesamte Vorleistungsbedarf deutscher Versicherer und Pensionskassen bei 56,6 Mio. Euro, berichtet das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos. Das Ziel: Prozesse und Kapazitäten mit entsprechenden Effizienzprogrammen zu optimieren sowie Kosten durch Outsourcing zu reduzieren.
"Der wachsende Kostendruck bringt die Versicherer dazu, sich der Hilfe von Dienstleistungen zur Übernahme von Aufgaben, Systemen und Prozessen zu bedienen", erläutert Jan Peter Schacht, Seniorpartner der Unternehmensberatung Moving Minds gegenüber der Versicherungswirtschaft. So könne "theoretisch alles bis auf die regulatorisch vorgeschriebenen Mindestfunktionen ausgelagert werden", betont der Experte. Ob IT-Installationen, Software-Verteilung oder System-Management - immer mehr Fremdfirmen tummeln sich in den Betriebsstätten der Versicherer (siehe MÄRKTE).
So werden auch die Kosten für die Versicherer durch Solvency II in den kommenden Jahren weiter steigen, "wenn über das Aufsichtsinstrument der Marktdisziplin weitere Markt-Best-Practices zu implementieren sind", prognostizieren Peter Ott und Bernd Müller vom Bereich Financial Services Risk Insurance bei KPMG in einem Beitrag für das Business- und Managementmagazin Versicherungswirtschaft. Gleichzeitig werden die zusätzlichen aufsichtrechtlichen Anforderungen "auch die Kosten für die Gestaltung und den Vertrieb von Versicherungsprodukten" treiben, so die Experteneinschätzung.
Eine Chance diesem Trend zu entgehen, wäre ein weiteres Outsourcing von Finanz- und Risikofunktionen. "Bislang sind Outsourcing und Dienstleistungsangebot bei diesen Funktionen eher fragmentarisch am Markt zu beobachten", betonen die KPMG-Experten. Besonders im Bereich IT ließen sich durch die neueren Technologien zusätzliche Einsparungen von 20 bis 30 Prozent erreichen. So lässt sich beispielsweise mit Hilfe einer Cloud das Datennetzwerk überregional leichter harmonisieren - getreu dem Motto: Je größer der Versicherer, desto größer der Effekt.
Daneben bedienen sich viele Versicherer bereits externer Big-Data-Berater, "um vorliegende Daten zueinander in Bezug zu setzen und in vollem Umfang auszuwerten", erläutern Ott und Müller. Damit sind eben jene "externen Big-Data-Scientists ein wichtiges Element für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens". (vwh/td)
Expert von Peter Ott und Bernd Müller: "Outsourcing immer in Betracht ziehen", in VW 03/16. (Einzelbeitrag)
Bildquelle: Fotolia
KPMG · Outsourcing
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