Politik & Regulierung

Terror und Trauer trifft EU-Hauptstadt ins Mark

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Von VWheute-Korrespondent Thomas A. Friedrich aus Brüssel. Brüssel steht unter Schock. Trauer und Wut mischt sich mit Entsetzen. Der Terror in der Osterwoche trifft die EU-Hauptstadt völlig unverhofft. Seit den Anschlägen von Paris mit 130 Toten an jenem schwarzen Freitag, dem 13. November im vergangenen Jahr, rüstete sich die belgische Hauptstadt zur Festung.
Alle neuralgischen Punkte in der City leben seit jenen Tagen mit massiver Soldatenpräsenz. Besonders im EU-Viertel patrouillieren nahezu rund um die Uhr vor allen Botschaftsgebäuden, der EU-Kommission, dem Ratsgebäude und dem Europäischen Parlament, Polizeikräfte. Und auch in den Metrostationen Schuman, Merode und Maelbeek waren seit einigen Tagen schwer bewaffnete Soldaten in den Metrostationen zu sehen.
Die Station Maelbeek, die ich täglich auf dem Weg zum Büro nutze, habe ich an diesem Terror-Dienstag mit Frühlingsgefühlen im Bauch, angesichts der milden Witterung, links liegen gelassen und bin zu Fuß ins Büro gelaufen, einen Steinwurf weit vom Berlaymont, dem Sitz der EU-Kommission, entfernt. Von den ersten Tweets über die Bombenexplosionen am Airport Zaventem alarmiert, reißen mich Sirenengeheul von Ambulanzen, Polizei und Militär dann um Viertel nach neun vom Schreibtisch ans Fenster.
Kein Flüchtlingsgipfel, kein EU-Ministerrat steht auf der Agenda. Ich laufe zum Pressehaus, gleich neben dem Berlaymont und sehe die Hauptverkehrsader Rue de la Loi vor der EU-Kommission, von der Polizei abgesperrt. 350 Meter vom EU-Ratsgebäude entfernt, wo sonst die 28 EU-Staats-und Regierungschefs tagen, erkennen wir Journalisten hinter der Absperrung Rauch aus der Metrostation Maelbeek aufsteigen.
"Es war wie im Krieg", schildert der Pressesprecher der Brüsseler Feuerwehr Pierre Meys am frühen Nachmittag nach der Inaugenscheinnahme des explodierten Metrowaggons die gespenstische Szenerie unter Tage. Durch die Heftigkeit der Detonation und der enormen Druckwelle wurden in einer benachbarten Tiefgarage Betonmauern zerrissen. „So etwas habe ich seit 40 Jahren bei keinem Feuerwehreinsatz erlebt“, beschreibt er das Grauen. Die Bilanz des Schreckens, drei Tage nach der Festnahme des vermeintlichen Hauptdrahtziehers der Paris-Terrorserien, Sala Abdeslam: mehr als 30 Tote allein in der Metrostation. Am Flughafen kamen zehn Menschen ums Leben.
Die Sirenen heulen weiter im EU-Viertel bis in den späten Abend hinein. Brüssel trägt Trauer und weitere Anschläge der Molenbeeker Szene werden befürchtet. Der Ausnahmezustand fängt jetzt erst an. (taf)
Bild: VWheute-Korrespondent Thomas A. Friedrich vor der gesperrten Rue de la Loi und der Metrostation Maelbeek (Quelle: taf)
Brüssel · Terror
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