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Talanx ist noch weit vom Ziel entfernt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Nach dem kräftigen Wachstum im vergangenen Jahr rechnet Talanx-Chef Herbert K. Haas für 2016 lediglich mit stabilen Beitragseinnahmen. Wie er bei der Vorlage der Bilanz 2015 erklärte, dürfte in der deutschen Industrieversicherung durch Bereinigungen und Prämienerhöhungen in den Sparten Feuer, Transport und Flotte erneut Geschäft verlorengehen.
Allerdings soll das Ausland, das bereits 60 Prozent der Prämien beisteuert, weiter wachsen. In der Privat- und Firmenversicherung Deutschland erwartet Haas wegen der Schwäche im Lebensversicherungsgeschäft erneut Prämienrückgänge. Allerdings hofft er nach dem eingeleiteten Abschied von der klassischen Lebensversicherung auf eine Wende. International soll die Privat- und Firmenversicherung weiter stabil wachsen. Dies gilt auch für die Rückversicherung.
Optimistischer als noch vor einigen Monaten gibt sich Haas mit Blick auf den Gewinn. Er soll jetzt bei rund 750 Mio. Euro liegen, nachdem er zuvor nur von "mehr als 700 Mio. Euro" ausgegangen war. Als Kapitalanlagerendite werden mindesten drei Prozent (2014: 3,6 Prozent) angestrebt Nach der erneut geringfügigen Erhöhung der Dividende für 2015 von 1,25 auf 1,30 Euro soll dieser Betrag 2016 nicht unterschritten werden. Haas setzt auf Dividendenkontinuität mit leicht steigender Tendenz.
Im Geschäftsjahr 2015 hat der Talanx-Konzern alle seine Ziele erreicht. Das Ergebnisziel von 600 bis 650 Mio. Euro wurde mit einem Gewinn von 734 Mio. Euro (Vorjahr: 769 Mio.) übertroffen. Ohne die Goodwill-Abschreibungen auf das deutsche Lebensgeschäft in Höhe von 155 Mio. Euro wäre 2015 für die Talanx ein Rekordjahr gewesen, betont Haas.
Im Gegensatz zum Vorjahr (Verkauf von Swiss-Life-Aktien) konnten die Abschreibungen jedoch nicht mehr durch außerordentliche Erträge ausgeglichen werden. Der Firmenwert des deutschen Lebensversicherungsgeschäfts ist jedoch jetzt auf Null abgeschrieben. Das Ebit erreichte dank der deutlichen Verbesserung der versicherungstechnischen Rechnung sowie zwar gestiegener, aber sich im Rahmen haltender Großschadenbelastung und trotz gesunkener Kapitalerträge mit 2,18 Mrd. Euro (2014: 1,90 Mrd.) eine Rekordhöhe.
Erfreut zeigt sich Haas, dass sich alle Erstversicherungen strukturell verbessert haben und erstmals eine Schaden-/Kostenquote von unter 100 Prozent aufweisen. Konzernweit lag die Combined Ratio bei 96 (97,9) Prozent. Einschränkend meinte Haas jedoch: "Wir sind noch weit vom Ziel entfernt". Die Bemühungen um Digitalisierung und Prozessoptimierung werden daher weiter vorangetrieben. Sie sollen 2020 abgeschlossen sein
Die Beitragseinnahmen im Konzern stiegen 2015 um 9,7 Prozent auf 31,80 Mrd. Euro. Hier zeigte sich der Einfluss des schwachen Euro. Währungskursbereinigt lag das Wachstum nur halb so hoch. Zu danken ist der kräftige Anstieg der Rückversicherung mit der Tochter Hannover Rück (die im Übrigen stark zum Gewinn beiträgt) sowie der Industrieversicherung, insbesondere im Ausland.
Dagegen musste die Privat- und Firmenversicherung Deutschland einen Rückgang der Prämien hinnehmen. Besser schnitt diese Sparte im Ausland ab, obwohl die volatilen Märkte insbesondere in Brasilien zu schaffen machten. An Zukäufen in Brasilien, Mexiko, der Türkei oder Polen ist die Talanx interessiert. Trotz der Kriegskasse von 500 Mio. Euro ist daran aber derzeit nicht zu denken. Haas: "Es ist einfach nichts am Markt". (cs)
Bild: Talanx-Vorstandschef Herbert K. Kaas bei der Präsentation der Geschäftszahlen 2015 (Quelle: cs)
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