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Provinzial will Kunstwerke verkaufen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In mehr als drei Jahrzehnten hat die Provinzial Rheinland eine international anerkannte Kunstsammlung aufgebaut. Deren Ziel: die Inspiration von Mitarbeitern. Zum Vermögensaufbau sollten die gesammelten Werke allerdings nicht dienen - zumindest bis dato. Der Verkauf einzelner Werke galt bislang als Tabu. Doch das könnte sich nach einem Bericht des Handelsblatt nun ändern.
Der Grundstock der heutigen Sammlung wurde bereits zu Beginn der 1990er-Jahre mit dem Umzug des öffentlichen Versicherers in den heutigen Hauptsitz in den Düsseldorfer Stadtteil Wersten gelegt. Die Idee: "der damals jungen Architektur eine ebenbürtige Sammlung zeitgenössischer Kunst zur Seite zu stellen", heißt es bei der Provinzial. Dabei reicht die Palette von millionenschweren Werken der Kunststars Katharina Grosse und Peter Doig bis hin zu Werken junger Künstler wie Vera Lossau.
Heute besteht die Sammlung aus über 250 Werken mit internationalen Positionen aus Asien, Nordamerika, Skandinavien und ganz Europa von rund 100 Künstlern. Der Schwerpunkt liegt nach eigenen Angaben hingegen auf dem deutschsprachigen Raum, darunter auch von zahlreiche Absolventen und heutigen Lehrer der Düsseldorfer Kunstakademie. Mit der Rubrik "Neuen Medien" will der Versicherer zudem einen Ausblick auf die Kunst des 21. Jahrhunderts geben.
Den Grundstock für die heutige Sammlung legte der Kunsthändler und -berater Wolfgang Wittrock in den Jahren 1990 bis 1995 den Grundstock. "Die Idee war, der zeitgenössischen Architektur eine ebenürtige Sammlung zeitgenössischer Kunst aller Disziplinen zur Seite zu stellen", wird er im Handelsblatt zitiert.
Allerdings scheint die Zeit größerer Wohltaten momentan vorbei. "Wir investieren aktuell einen niedrigen fünfstelligen Betrag in neue Kunstankäufe" wird Kuratorin Astrid Legge zitiert. Der Verkauf von Kunstwerken galt bislang als noch als Tabu - mit dem Provinzial-Vorstandschef Walter Tesarczyk anscheinend nun brechen will.
Gemessen an der Profitabilität spielt die Provinzial zwar noch der Champions League der deutschen Versicherer. "Aber wir müssen wie alle anderen auch unsere versicherungstechnischen Erträge deutlich steigern, weil die Zinserträge aus den Kapitalanlagen stark gefallen sind", betont Tesarczyk im Handelsblatt. Dabei machen dem Versicherer offensichtlich auch organisierte Banden zu schaffen, die immer wieder Bankautomaten der Sparkassen im Lande sprengen.
Erst in der Nacht zum vergangenen Freitag traf es erneut einen Geldautomaten einer Sparkasse in Wuppertal. Allein 2015 gab es in Nordrhein-Westfalen 67 erfolgte und versuchte Automaten-Sprengungen. In diesem Jahr hat das Landeskriminalamt (LKA) schon mehr als 20 Angriffe auf Geldautomaten registriert. Daher forderte die Provinzial die bei ihr versicherten Sparkassen zu "aktiven Gegenmaßnahmen" auf. Sollte keine weitere Prävention erfolgen, sei "die Versicherbarkeit der Geldautomaten gefährdet".
Auf die Kunstsammlung haben diese Entwicklungen bislang noch keine Auswirkungen gehabt. Und dennoch: "Wir können uns in Zukunft durchaus vorstellen, einzelne Werke zu verkaufen, um von dem Erlös in wirtschaftlich schlechteren Zeiten unsere Kulturförderung weiterhin bestreiten zu können", betonte der Provinzial-Vorstandschef gegenüber dem Handelsblatt. Aber: "Wir würden keine Highlights abgeben", ergänzte Tesarczyk (siehe DOSSIER). (vwh/td)
Bildquelle: Helen Souza / pixelio.de
Provinzial Rheinland · Kunst
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