Schlaglicht

Merkel erntet Erfolg und Verantwortung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Am Wochenende ist der nicht unumstrittene Flüchtlingspakt mit der Türkei in Kraft getreten. Die Einigung der EU-Staaten mit dem Land am Bosporus geht maßgeblich auf das Verhandlungsgeschick von Bundeskanzlerin Angela Merkel zurück. Das mediale Echo auf den vermeintlichen Erfolg der Kanzlerin ist geteilt. Denn sie steht nun in der Verantwortung, dass der Deal funktioniert.
"Merkel muss noch immer nicht weg", kommentierte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung den Gipfelkompromiss vom Wochenende. So widerlege "das einstimmige Ergebnis des Brüsseler Gipfels die Behauptung, Merkel sei in Europa isoliert. Es ist außerdem ein Ergebnis, das die Kanzlerin, wie ihre Äußerungen in dieser Sache bezeugen, stets angestrebt", heißt es bei der FAS.
Auch wenn die Kanzlerin den Deal mit der Türkei als Erfolg feiern kann. Die eigentliche Herausforderung beginne erst mit der Umsetzung. Denn Merkel stehe nun in der Verantwortung dafür, dass der Deal wirklich funktioniere, kommentiert Spiegel Online.
Keinen Grund zum Feiern sehen hingegen die Kommentatoren des Nachrichtenportals tagesschau.de. So "reagierte zu spät, dann aktionistisch - mit der Folge, dass die Osteuropäer ihre Weg nicht mitgehen wollten", lautet der Vorwurf. Am Ende sei Merkel mit ihrer Politik gescheitert. Der Grund: "nach jahrelangem Wegschauen nun eine Kröte schlucken muss, die man nicht schlucken sollte. Und weil sie die Europäische Union mit ihren rasanten Kurswechseln immer wieder an den Rand des Abgrunds getrieben hat."
Bei aller Kritik stelle sich hingegen auch die Frage nach den Alternativen. Merkel habe als Einzige der 28 Staats- und Regierungschefs einen Plan gehabt, meint der Deutschlandfunk. Ob er tatsächlich funktioniere, müsse sich erst noch zeigen. (vwh/td)
Bild: Bundeskanzlerin Angela Merkel (Quelle: CDU / Dominik Butzmann)
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