Schlaglicht

Mindestens 2.100 Behandlungsfehler in 2015

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Im vergangenen Jahr gab es laut einer Studie der Bundesärztekammer insgesamt 2.132 Behandlungsfehler. In 1.774 Fällen führten diese Fehler dann auch zu einem Gesundheitsschaden, der einen Anspruch des Patienten auf eine Entschädigung begründete. Die häufigsten Fehler wurden laut Handelsblatt Brust-Operationen, gefolgt von Rückenbeschwerden, sowie Unterschenkel- und Sprunggelenkbrüchen nachgewiesen.
Insgesamt gingen 2015 etwas mehr als 11.800 Beschwerdeanträge ein, berichtet das Blatt weiter. Laut Bundesärztekammer lag dabei in fast jedem sechsten Fall ein Behandlungsfehler vor. Bei mehreren Hundert Millionen Behandlungen liege die Fehlerquote allerdings weit unterhalb des Promillebereichs.
Ein wesentlicher Grund für die Behandlungsfehler sieht die Kammer im stetig wachsenden Druck in Kliniken und Praxen. Demnach sei die Zahl der ambulanten Behandlungsfälle zwischen 2004 und 2014 um 152 Millionen auf 688 Millionen gestiegen. In den Krankenhäusern wurden 2014 mehr als 19 Millionen Patienten versorgt.
"Wir brauchen ein bundeseinheitliches Zentralregister für Behandlungsfehler. Es kann nicht sein, dass Ärztekammern, Krankenkassen und Gerichte hier unterschiedlich zählen", forderte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Andreas Crusius von der Bundesärztekammer betonte hingegen laut Handelsblatt, Ärzte machten Fehler, sie seien aber keine Pfuscher. (vwh/td)
Bildquelle: Philipp Flury / pixelio.de
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