Märkte & Vertrieb

Indexpolicen: Lebensversicherer weisen Vorwürfe zurück

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Lebensversicherer haben Vorwürfe zurückgewiesen, bei neuartigen Indexpolicen könnte das eingezahlte Kapital verloren gehen. Maximal ist die Überschussbeteiligung eines Jahres gefährdet, falls eine Bankpleite analog zum Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008 passieren würde. Das ergab eine Umfrage des Finanzenverlags. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte von "Totalverlustrisiken" gesprochen.
Die These der Verbraucherschützer: Weil in der Altersvorsorge solche Gefahren nichts zu suchen hätten, stelle die Empfehlung solcher indexgebundenen Rentenversicherungen eine "Falschberatung" dar. In Indexpolicen setzt die Versicherungsbranche große Hoffnungen, weil sie klassische Rentenversicherungen mit Garantiezins teilweise ersetzen sollen. Bei diesen Verträgen hat der Kunde jedes Jahr die Wahl, ob er sich eine klassische Überschussbeteiligung sichert, oder ob das Geld an der Entwicklung von Indizes partizipiert. Für diese Partizipation kauft der Versicherer von einem Gegenüber, meist einer Bank, eine Option auf den Index. Der Streit mit den Verbraucherschützern entzündet sich an der Frage, was bei einer Pleite dieses Gegenübers passiert.
An der Umfrage nahmen zwölf Anbieter von Indexpolicen teil, die fast den kompletten Markt abdecken. Demnach gehen die Versicherer im Detail unterschiedlich vor. Die Mehrheit stellt bei einer Bankpleite die Kunden so, als ob nichts geschehen wäre – sie zahlt also eventuell ausgefallene Gewinne aus eigener Tasche. Zu dieser Lösung greifen Allianz, Barmenia, HDI, Nürnberger, Stuttgarter, SV Sparkassenversicherung und Volkswohl-Bund. Bei der LV 1871 ist eine Verzinsung von 1,25 Prozent garantiert. Bei Condor, R+V und Zurich wäre maximal der Gewinn eines Jahres verloren.
Auch Ökotest hat jüngst an den Index-Policen der Lebensversicherer kein gutes Haar gelassen. “Verbrauchern wird jede Menge Sand in die Augen gestreut”, heißt es in der entsprechenden Ausgabe der Produkttester. (vwh/ku)
Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de
Indexpolicen
Auch interessant
Zurück
15.02.2018VWheute
Asse­ku­rata lobt Index­po­licen Indexpolicen haben das Klassenziel mit Auszeichnung erreicht. Im Jahr 2017 konnten Kunden, die auf diese Option …
Asse­ku­rata lobt Index­po­licen
Indexpolicen haben das Klassenziel mit Auszeichnung erreicht. Im Jahr 2017 konnten Kunden, die auf diese Option setzten, an den Renditechancen des Kapitalmarkts teilhaben, ohne auf eine sicherheitsorientierte Anlageform verzichten zu müssen, …
29.01.2018VWheute
Maxpool wirft WWK Betrug vor Selten hört man einen so harten Angriff in aller Öffentlichkeit. Maxpool erhebt gegenüber der WWK den Betrugsvorwurf. Der…
Maxpool wirft WWK Betrug vor
Selten hört man einen so harten Angriff in aller Öffentlichkeit. Maxpool erhebt gegenüber der WWK den Betrugsvorwurf. Der Versicherer habe Kunden und Makler "bewusst getäuscht". Der Hintergrund ist eine Preissteigerung in der "BU und RiLV von bis zu …
16.01.2018VWheute
Renten­an­sprüche: Schwere Vorwürfe gegen die Allianz Die Allianz bekommt keine Ruhe in die eigenen Reihen. Bereits im August berichtete VWheute, das …
Renten­an­sprüche: Schwere Vorwürfe gegen die Allianz
Die Allianz bekommt keine Ruhe in die eigenen Reihen. Bereits im August berichtete VWheute, das freie Vertreter den Versicherer verklagen, weil der finanzielle Ansprüche bei Alters- oder sonstige Versorgungsbezügen nicht …
28.06.2017VWheute
Swiss Life löst Rassismus-Debatte aus In Stammland Schweiz hat Lebensversicherer Swiss Life eine Debatte um Rassismus ausgelöst. Im Fokus der Kritik …
Swiss Life löst Rassismus-Debatte aus
In Stammland Schweiz hat Lebensversicherer Swiss Life eine Debatte um Rassismus ausgelöst. Im Fokus der Kritik steht dabei die "Möglichkeit von Aliasnamen" im Kundendienst. Der Versicherer soll laut Tagesanzeiger Mitarbeitern des …
Weiter