Schlaglicht

Versicherungswirtschaft im Change

Von Tobias DanielTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Versicherungswirtschaft befindet sich im Umbruch. Die Zukunft der Lebensversicherung oder die Versicherbarkeit von Großrisiken und neuen Risiken beschäftigen derzeit nicht nur die Branche selbst, sondern auch die Versicherungsforschung. Über die aktuellen Herausforderungen diskutieren ab heute führende Experten und Branchengrößen auf der Internationalen Jahrestagung 2016 des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft.
"Disruption" lautet das geflügelte Wort, welches zurzeit in den Chefetagen der Versicherungsbranche kursiert. "Die Veränderungsgeschwindigkeit hat in den vergangenen Jahren zugenommen, alte Geschäftsmodelle werden in Frage gestellt und neue entstehen", konstatiert Torsten Oletzky, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft im Exklusivinterview mit VWheute. Von "Disruption" will er hingegen nicht sprechen - vielmehr von einer "natürlichen Entwicklung in einem zunehmend dynamischen Wirtschaftszweig" (siehe DOSSIER).
Der Forschung kommt dabei eine durchaus wichtige Rolle zu. "Der Forscher kann Fragestellungen von zentraler Bedeutung für die Märkte, ihre Anbieter und Nachfrager, die Aufseher und den Gesetzgeber neutral und ohne den unmittelbaren Druck operativer Entscheidungen beleuchten. Er ist ein wichtiger Sparrings-Partner für alle Akteure in der Versicherungswirtschaft", so Oletzky weiter. So leisten die Forscher vor allem in der Bewertung von Großrisiken und neuen Risiken einen entscheidenden Beitrag.
Ein konkretes Beispiel: die Modellierung und das Pricing von Cyberrisiken. So hat die Uni St. Gallen "versucht, einen eigenen Datenpool zu Cyberrisiken aufzustellen, in dem wir eine große Datenbank zu Operationellen Risiken nach Cybervorfällen untersucht haben", erläutert Martin Eling, Lehrstuhlinhaber und Direktor des Instituts für Versicherungswirtschaft an der Schweizer Hochschule (siehe KÖPFE). Das Ziel: Anhand von rund 1.500 Datensätzen eine erste Modellierung der digitalen Risiken vorzunehmen.
Fazit: Die Versicherer stehen zwischen Umbruch und Aufbruch, stellte das Businessmagazin Versicherungswirtschaft in seiner November-Ausgabe 2015 fest. Die Forschung kann dabei einen entscheidenden Beitrag liefern, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Denn: Wer den Change will, muss daran glauben, dass er gelingt. (td)
Bildquelle: Dr. Stephan Barth / pixelio.de
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