Märkte & Vertrieb

Niedriger Ölpreis und Terroristen gefährden Unternehmen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der niedrige Ölpreis stellt für Investoren in den instabilen ölexportierenden Ländern wie Irak, Libyen, Russland und Venezuela derzeit das größte politische Risiko in diesem Jahr dar. Zu diesem Ergebnis kommt der Versicherungsmakler Aon Risk Solutions bei der Präsentation seiner Weltkarte der politischen Risiken 2016. Weitere Sorgen bereiten den Maklern auch die Konflikte zwischen Ländern und Terrororganisationen.
"Da es keine Anzeichen dafür gibt, dass der Ölpreis in absehbarer Zeit auf das frühere Niveau steigen wird, werden die Turbulenzen in vielen ölproduzierenden Staaten bestehen bleiben oder sich sogar verschlechtern", sagt Silja-Leena Stawikowski, Expertin für politische Risiken bei Aon Risk Solutions in Deutschland. Dabei verschärft der niedrige Ölpreis "die Devisentransferrisiken, übt Druck auf Unternehmen aus und entmutigt Investoren. Gleichzeitig erhöhen schwächere Umsätze das Staatsausfallrisiko", ergänzt die Expertin.
Eine Folge: Die Lücken in den Staatshaushalten der Länder werden sich vergrößern, wodurch die Banken unter Druck geraten, konstatiert die Expertin. Das Ergebnis sei eine anhaltende Kreditklemme in den Golfstaaten, den GUS-Ländern und in den ölproduzierenden afrikanischen Staaten.
Mit besonderer Sorge sieht die Aon-Expertin auch die Konflikte zwischen Ländern und Terrororganisationen im Nahen Osten und in Afrika. "Extremistische Gruppen wie der IS und Boko Haram erzeugen hier eine hohe politische Gewalt. Sie nutzen die durchlässigen Grenzen und schwachen Institutionen im Nahen Osten und in Afrika für ihre Zwecke aus und gefährden die dortige Wirtschaft."
Die ölproduzierenden Nationen müssten dann einen Ersatz für entgangene Einnahmen finden - häufig durch Steueranpassungen. Das Problem: "In vielen Ländern dürften höhere Steuern zu weiteren politischen und wirtschaftlichen Belastungen führen", sagt Stawikowski.
Trotz aktueller wirtschaftlicher Turbulenzen zieht die Aon-Expertin ein positives Fazit für die politischen Risiken in Schwellenländern. Vor allem durch Anti-Korruptions-Reformen in China und die Aufhebung von Sanktionen gegen den Iran seien die weltweiten politischen Risiken geringer worden. "Erstmals seit drei Jahren sind auf der Weltkarte der politischen Risiken mehr Länder mit einem abgeschwächten statt mit einem erhöhten Risiko verzeichnet. Das ist ein ermutigendes Zeichen für die Wirkung der politischen und wirtschaftlichen Reformen", erläutert Stawikowski.
Dennoch könnten die Schwächen der Weltwirtschaft und ein langsameres Wachstum in China sowohl für das Land selbst als auch dessen Nachbarn und wichtigste Handelspartner entsprechende Herausforderungen mit sich bringen, ergänzt die Aon-Expertin.
Insgesamt verzeichnet Aon auf der Weltkarte der politische Risiken 2016 für acht Länder eine quantifizierbare Minderung des politischen Risikos: China, Iran, Pakistan, Äthiopien, Serbien, Jamaika, Nepal und Haiti. In vier Ländern erhöhte sich hingegen das allgemeine politische Risiko: Kap Verde, Mikronesien, Philippinen und Surinam. (vwh/td)
Bildquelle: ZDF
Risiko · Aon Benfield
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