Schlaglicht

Beamten-Pensionen haben ein Luxusproblem

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Alle Tiere sind gleich - nur manche sind gleicher", heißt es in George Orwells Roman "Die Farm der Tiere". Bei Menschen scheint dies wohl auch zu gelten, glaubt man dem Wirtschaftsprüfer Torsten Ermel. Eine These: Beamte sind die "neuen Adeligen". Beispiel: Altersvorsorge. So steht der Durchschnittspension eines Beamten von 3.000 Euro eine Durchschnittsrente des normalen Arbeitnehmers von 1.314 Euro gegenüber, schreibt das Manager Magazin.
Ein weiterer Unterschied: der Beamte erreicht seine Höchstpension schon nach 40 Dienstjahren. Der Durchschnittsrentner muss dafür 45 Jahre arbeiten, um die Durchnittsrente von 1.314 Euro zu bekommen - vor Einkommensteuer und Sozialabgaben. Durch zahlreiche Einschnitte wie den "Nachhaltigkeitsfaktor" und den "Riesterfaktor" sank das Rentenniveau in den letzten 15 Jahren von 52 auf 47 Prozent. Bis 2020 soll es um weitere vier Prozent sinken. Danach seien keine weiteren Absenkungen mehr geplant, berichtet das Manager Magazin weiter.
Zudem werden den Beamten dabei auch seine Wehr- oder Zivildienstzeiten als Dienstzeiten angerechnet sowie bis zu zweieinhalb Jahren der Hochschulausbildung - im Einzelfall auch mehr, schreibt das Magazin weiter. Hinzu kommt der Umstand, dass Beamte nach wie vor keine Beiträge für ihre gesetzliche Altersvorsorge zahlen. Bei einem normalen Arbeitnehmer stiegen die Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung weiter - trotz gleichzeitig sinkender Leistungen. Beispiel: Lagen die Beiträge 1970 noch bei 14 Prozent des Bruttoeinkommens, sind es heute 18,7 Prozent. Bis 2030 sollen diese auf 22,4 Prozent steigen.
Um eine "Pensionslawine ungeahnten Ausmaßes" zu verhindern, muss Deutschland gegensteuern, so das Manager Magazin. So hat der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen bereits einen sogenannten "Beamten-Soli" ins Spiel gebracht. (vwh/td)
Bildquelle: Petra Bork / pixelio.de
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