Politik & Regulierung

Reiserücktritt zahlt nicht beim Tod des Ehepartners

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Eine Reisrücktrittskostenversicherung zahlt nicht beim Tod des Ehepartners. Dies entschied das Landgericht München (Az.: 233 C 26770/14). Demnach sei die Trauer über den verstorbenen Partner keine unerwartet schwere Erkrankung im Sinne der Reiserücktrittsbedingungen, urteilten die Richter. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.
Die (schwere) Trauer ist vielmehr als ganz normale Folge des Versterbens eines nahen Angehörigen zu sehen", begründeten die Richter ihre Entscheidung. "Die Klägerin zeigte nachvollziehbarerweise eine akute Belastungsreaktion - mithin einen psychischen Schock. Dies ist jedoch keine psychische Störung im Sinne eines regelwidrigen Zustandes", urteilten die Richter weiter.
Im konkreten Fall hatte eine Frau aus Straubing geklagt, nachdem sie für sich und ihren Ehemann für Juni 2014 eine zehntägige Flusskreuzfahrt über die Seine gebucht, die von Paris in die Normandie führen sollte. Kostenpunkt: mehr als 5.700 Euro. Am 30. April 2014 beantragte die Frau eine Reiserücktrittskostenversicherung für sich, ihren Mann und zwei weitere Reisende. Allerdings starb der Ehemann unerwartet in der Nacht darauf.
Die Versicherung nahm den Antrag eine Woche später an - ohne allerdings vom Tod des Ehemanns zu wissen. Dessen Ehefrau stornierte schließlich die Reise am 20. Mai 2014 mit der Begründung, dass sie nach dem Tod ihres Mannes unter einer schweren psychosozialen Belastungsstörung gelitten habe. Der Veranstalter verlangte daraufhin eine Stornogebühr über 3.500 Euro. Die Versicherung weigerte sich jedoch, diese zu zahlen und bekam von den Münchener Amtsrichtern Recht. (vwh/td)
Bildquelle: Q.pictures / pixelio.de
Reiserücktrittsversicherung
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