Politik & Regulierung

Lauterbach wettert gegen die PKV

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Für alle Nicht-Beamten ist die PKV zum Risiko geworden, kommentiert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) die aktuellen Beitragserhöhungen. Für ihn ist klar, dass es für die private Krankenversicherung (PKV) "jetzt ans Eingemachte geht", wie der Tagesspiegel schreibt. Überraschend kommen die Beitragsanpassungen indes nicht. PKV-Geschäftsführer Stefan Reker hatte bereits im vergangenen Sommer entsprechendes angekündigt.
Beitragsanpassungen hält Stefan Reker angesichts der andauernden Niedrigzinsphase für unausweichlich. "Das müssen wir stufenweise umsetzen", hatte er im vergangenen September erklärt. Doch auch die GKV sei vor höheren Beiträgen nicht gefeit. Im Gegenteil: Bis 2019 könnte sich der Monatsbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung für freiwillig Versicherte in Richtung 800 Euro bewegen.
Die Ergo-Tochter DKV erhöht die Beiträge über alle Tarife hinweg im Schnitt um satte 7,8 Prozent. Das berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf eine Unternehmenssprecherin. Für die Versicherten von Deutschlands Nr. Zwei der privaten Krankenversicherer bedeutet das bis zu 130 Euro pro Monat mehr. Im Branchenschnitt stiegen die Beiträge im Bestand zum Jahresbeginn um 4,1 Prozent.
Für Karl Lauterbach ist die Kostendynamik "nach wie vor ungebrochen." Grund: Immer mehr teure stationäre Behandlungen. Das Neugeschäft sieht er bei allen PKV-Anbietern zudem einbrechen. Kurzfristige Maßnahmen seitens der Politik schloss der Fraktionsvize dennoch aus. Das Thema tauge nicht für Schnellschüsse, sagt er der Zeitung. Nötig sei eine "systemische Herangehensweise". Lauterbach kündigte an, das Projekt Bürgerversicherung zu überarbeiten und die GOÄ in ihrer aktuellen Form abzulehnen.
Das Jahr 2014 war von Beitragsstabilität geprägt, das zweite Jahr in Folge. Das ändert sich nun. Nach Berechnungen von Map-Report stiegen die Bestands-Beiträge zu Jahresbeginn um durchschnittlich 4,1 Prozent. Am stärksten schlugen R+V, Hallesche und DKV auf. Mit der neuen Gebührenordnung für Ärzte werden die Kosten für medizinische Behandlung weiter steigen.
Bildquelle: Fotolia
Link: Report inkl. ausführliches Zahlenmaterial: Ruhe vor dem Sturm - In der PKV endet die Periode der stabilen Beiträge, in VW 03/16 (Einzelbeitrag)
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