Köpfe & Positionen

Insolvenzanfechtung: Kaum Entlastung durch geplante Reform

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Auch die Einschränkung von Insolvenzanfechtungen wird kaum Entlastung für den Mittelstand bringen. Trotz einer geplanten Bundestags-Reform bleibt das unternehmerische Risiko bestehen. „Die meisten Insolvenzanfechtungen erfolgen schon jetzt nach zwei bis vier Jahren“, sagt Jonas Müller von Euler Hermes.
"Diese Gefahr wird es weiterhin geben", prognostiziert Jonas Müller, Head of Product Development bei Euler Hermes, angesichts des Reformvorhabens des Bundestags. Insolvenzverwalter nutzten dabei die Anfechtungsfrist aus, da Forderungen noch verzinst werden. Hier kommen Versicherungslösungen ins Spiel, die seit knapp zwei Jahren auf dem Markt sind. Die Nachfrage nach den sogenannten Anfechtungsversicherungen - Thema in der aktuellen Ausgabe der GDV-Positionen - ist groß.
Sie greifen in Fällen, die über eine klassische Kreditversicherung nicht geschützt sind. Diese deckt zwar alle unbezahlten Forderungen, nicht jedoch längst geleistete Zahlungen, die das Kreditlimit übersteigen. Die Bundesregierung hat geplant, die Insolvenzanfechtung einzuschränken. Nach dem aktuellen Entwurf soll die Anfechtungsfrist von zehn auf vier Jahre verkürzt werden.
Die durchschnittliche Höhe der insgesamt 3.068 im Jahr 2012/13 eingegangenen Anfechtungen beziffert der Verband der Insolvenzverwalter Deutschlands auf 38.760 Euro. "Das kann für Unternehmen schnell zu hohen Verlusten führen oder im schlimmsten Fall sogar zur Existenzbedrohung werden", erklärt Müller. (vwh/ku)
Bildquelle: Fotolia
Euler Hermes · Jonas Müller
Auch interessant
Zurück
20.09.2018VWheute
Asse­ku­rata rechnet mit Entlas­tung bei ZZR Den deutschen Lebensversicherern könnte noch in diesem Jahr eine milliardenschwere Entlastung ins Haus …
Asse­ku­rata rechnet mit Entlas­tung bei ZZR
Den deutschen Lebensversicherern könnte noch in diesem Jahr eine milliardenschwere Entlastung ins Haus stehen. Würde ein neuer Referentenentwurf in Bundesfinanzministerium zur Zinszusatzreserve (ZZR) in geltendes Recht umgesetzt, würde…
17.09.2018VWheute
Sarasin-Bank muss 45 Mio. Euro an Droge­rie­un­ter­nehmer Müller zahlen Der Cum-Ex-Skandal kommt die betroffenen Kreditinstitute offensichtlich teuer …
Sarasin-Bank muss 45 Mio. Euro an Droge­rie­un­ter­nehmer Müller zahlen
Der Cum-Ex-Skandal kommt die betroffenen Kreditinstitute offensichtlich teuer zu stehen. Aktuelles Beispiel: Die Schweizer Bank J. Safra Sarasin muss dem Drogerieunternehmer Müller nun rund 45 Mio. Euro …
24.07.2018VWheute
Spahn: Keine Entlas­tung bei Betriebs­renten Gesundheitsminister Jens Spahn ist umtriebig. Keine Woche ohne eine vielfach medial aufgegriffene …
Spahn: Keine Entlas­tung bei Betriebs­renten
Gesundheitsminister Jens Spahn ist umtriebig. Keine Woche ohne eine vielfach medial aufgegriffene Wortmeldung zu politischen Fragestellungen; diese Woche sind die Betriebsrenten Thema. Spahn sieht keine Möglichkeit für eine Entlastung …
04.04.2018VWheute
Eder: "Digi­ta­li­sie­rung kostet keinen Job" Berlins Bürgermeister Michael Müller brachte das bedingungslose Grundeinkommen ins Spiel. Damit sollen …
Eder: "Digi­ta­li­sie­rung kostet keinen Job"
Berlins Bürgermeister Michael Müller brachte das bedingungslose Grundeinkommen ins Spiel. Damit sollen Bürger vor den Folgen der Digitalisierung geschützt und ein zweiter Arbeitsmarkt aufgebaut werden, auf dem Langzeitarbeitslose …
Weiter