Märkte & Vertrieb

Versicherer brauchen nachhaltige digitale Strategien

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Banken und Versicherungen gehören zu den Unternehmen mit dem höchsten Digitalisierungspotenzial. Dennoch tun sich viele Unternehmen damit schwer, ihre Geschäftsprozesse konsequent und durchgängig, also vom Frontend bis zum Backend, zu digitalisieren, konstatiert die Unternehmensberatung Roland Berger. Kunden seien immer noch mit Papieranträgen, manuellen Prozessen und Bearbeitungswegen und langen Wartezeiten konfrontiert.
Neue, technologiegetriebene Anbieter (Online-Plattformen, Fintechs) nutzen diese "Schwäche" und erobern mit kundenfreundlichen digitalen Angeboten einzelne Marktsegmente, während die etablierten Finanzdienstleister im Wettbewerb zurückfallen oder sogar verdrängt werden, stellt eine neue Studie der Unternehmensberater fest. So habe sich der Marktanteil von Finanzdienstleistern beim Vertrieb von Baufinanzierungen seit 2010 von 17 auf 35 Prozent mehr als verdoppelt.
"Kunden sind es heute gewohnt, online zu recherchieren und zu kaufen", sagt Wolfgang Hach, Partner von Roland Berger. "Diese Erfahrung übertragen sie auch auf die Finanzbranche: Sie erwarten von Finanzdienstleistern digitale Produkte und Dienstleistungen, die schnell, einfach und jederzeit verfügbar sind", ergänzt der Experte.
Diesen Kundenwunsch erfüllten die neuen Wettbewerber, die mit ihren digitalen Geschäftsmodellen bestehende Wertschöpfungsketten von Grund auf verändern, so die Unternehmensberater weiter. Um den Anforderungen der online-affinen Kunden gerecht zu werden, haben die traditionellen Anbieter zwar neue digitale Angebote entwickelt. Allerdings handele es sich dabei meist um Insellösungen, etwa neue Websites mit modernem Layout und zusätzlichen Online-Diensten sowie Apps.
"Das reicht nicht aus, um die Effizienz und Kundenbindung zu verbessern. Denn die digitale Transformation geht weit über punktuelle Optimierungen hinaus", betont Hach. Durch eine vollständige Automatisierung von einfachen Produkten und Prozessen könnten laut Roland Berger zudem 40 bis 50 Prozent der heute hierfür eingesetzten Kapazitäten eingespart werden, teilweise sogar mehr. (vwh/td)
Bildquelle: Fotolia
Digitalisierung · Roland Berger
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