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Weniger Zugangsbeschränkungen zum Haus- und Facharzt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In Deutschland gibt es weniger Zugangsbeschränkungen zum Haus- und Facharzt als in anderen europäischen Ländern. Dies ergab ein Ländervergleich des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP), der die ambulante ärztliche Versorgung in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz untersucht hat. Ein Ergebnis: In allen drei Ländern habe die gesamte Bevölkerung "Zugang zu einer umfassenden gesundheitlichen Versorgung unabhängig von Einkommen und Gesundheitszustand".
Allerdings gebe es in der Schweiz und den Niederlanden deutlich stärkere Zugangshürden als in Deutschland, konstatiert das WIP. "Der Zugang zur ambulanten ärztlichen Versorgung ist deutlich weniger reglementiert als in den beiden Nachbarländern. Und trotzdem haben wir ein vergleichsweise günstiges Kostenniveau", kommentiert Studienautorin Verena Finkenstädt das Ergebnis.
Dies zeige sich unter anderem im Vergleich der Wartezeiten zwischen Deutschland und den Niederlanden. Demnach belege Deutschland laut Umfrage "beim Zugang zur hausärztlichen Versorgung den Spitzenplatz in Europa", ergänzt Finkenstädt die Daten zusammen. So gaben gut drei Viertel der befragten Deutschen in einer Umfrage des Commonwealth Fund an, dass sie noch am selben oder nächsten Tag einen Arzttermin erhielten – gegenüber 63 Prozent in den Niederlanden.
Anders sehe es hingegen bei den Wartezeiten für einen Facharzt aus: Laut Umfrage gaben 72 Prozent der Deutschen an, weniger als vier Wochen auf einen Termin bei einem Facharzt. In den Niederlanden sind es hingegen 75 Prozent. Allerdings existiert in den Niederlanden ein Hausarztmodell, während Fachärzte meist nur in den Kliniken zu finden seien.
In der Schweiz müssen die Versicherten zudem Zuzahlungen bei jedem einzelnen Arztbesuch leisten. Dies führe dazu, dass letztlich weniger Versicherte einen Facharzt aufsuchen, so die WIP-Umfrage. "Die obligatorischen Selbstbehalte in der Schweiz können durchaus eine Hürde darstellen, weil ein relativ hoher Anteil der Arztkosten aus eigener Tasche finanziert werden muss".
Beim Kaufkraftstandard (KKS), also der durchschnittlichen Kaufkraft eines Euro – ausgeht, landet das rationierungsarme Deutschland bei seinen Pro-Kopf-Ausgaben im Mittelfeld: In der Schweiz seien laut WIP die Ausgaben für die ambulante ärztliche Versorgung mit 736 Euro pro Einwohner um fast 30 Prozent höher als in Deutschland. In den Niederlanden sind diese im Vergleich mit 304 Euro um rund 47 Prozent geringer. (vwh/td)
Gtafikquelle: WIP
PKV · WIP
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