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Schlechtes Wetter macht Analysten langsam

Von Christoph BaltzerTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wer sich auf Meinungen von Analysten verlässt, sollte sich stets erkundigen, wie das Wetter an dessen Standort ist. Denn bei schlechtem Wetter reagieren die Börsenprofis zu langsam auf Gewinn- oder Verlustankündigungen, stellt ein US-Wissenschaftler fest. Sollte er wirklich Recht haben, dann müsste Warren Buffett seine Deals im Winter ausgeheckt haben, ist in der neuesten Ausgabe von Value zu lesen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Analyst eine Jahresgewinnprognose rechtzeitig stellt oder schnell eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung oder eine Kursempfehlung gibt, sinkt bei schlechtem Wetter um 18 Prozent. Dies hat Ed de Haan festgestellt, Professor für Rechnungswesen in Stanford. Zusammen mit einem Forscherteam der University of Minnesota hat er 636.000 Marktbeobachtungen von 5.456 Analysten aus den Jahren 1997 bis 2004 mit den Wetterdaten für die jeweiligen Tage und Standorte verglichen. In der Untersuchung habe man Einflüsse durch die Art des Unternehmens, des Analysten oder der Marktbedingungen herausgefiltert, betont de Haan.
Wetter beeinflusst das menschliche Gemüt, ist de Haan überzeugt. Graue Tage führen zu leichten Depressionen und die Depressionen drücken dann auf die kognitiven Leistungen. „Wir unterstellen gerne, dass Menschen komplett rationale Wesen sind“, zitiert das Wall Street Journal den Wissenschaftler. „Aus der Psychologie lernen wir jedoch, dass Menschen von sehr unterschiedlichen Stimuli beeinflusst werden.“ Das kann alles Mögliche im persönlichen Umfeld sein und, nicht zuletzt, Wolken, Wind und Regen. (ba)
Bildquelle: Fotolia
Report: Sell in May? Analysten sind bei schlechtem Wetter langsamer, in Value 01/16 (Einzelbeitrag)
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