Schlaglicht

Kfz-Versicherung: Milder Winter und schlechtes Schadenjahr 2015

Von Rafael KurzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Einen milden Winter bilanziert der ADAC: Seit November rückten die Gelben Engel und die Partnerunternehmen rund 1,3 Mio. mal aus - noch weniger als im warmen Vorjahr, wie die Auswertung für VWheute zeigt. Die Witterungsbedingungen führt das Statistische Bundesamt an als Grund für eine deutliche Zunahme bei den Verkehrstoten auf deutschen Straßen. Der GDV rechnet indes bereits mit verschärfter Schadenssituation und geht von Mehraufwand in der Kfz-Versicherung aus.
Der GDV prognostiziert einen Leistungsanstieg, nachdem deutsche Versicherer 2014 Jahr 20,1 Mrd. Euro aufwenden mussten (2013: 21,7 Mrd.). Die Mehrheit der großen Gesellschaften lag mit der Schaden-Kosten-Quote unter der Marke von 100 Prozent.
Die Schadensseite verschlechtert sich jetzt laut GDV-Trendaussage ausgerechnet jetzt, wo Experten ein Ende der Prämienanstiege prognostizieren. Denn die Gesamtzahl der polizeilich aufgenommenen Unfälle nahm im gesamten vergangenen Jahr laut Statistischem Bundesamt zu und lag bei rund 2,5 Millionen (+ 4,2%). Dabei stieg die Zahl der Unfälle mit ausschließlich Sachschaden um 4,6 Prozent auf 2,20 Millionen, die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um 1,1 Prozent auf rund 305.900 an. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Preise nachgeben, hat sich stark erhöht“, schreibt Fitch. In der Kfz-Versicherung werden die Preise demnach wie die Versicherungswirtschaft berichtete, spätestens im Frühjahr nachgeben. Bei der E+S Rück war man hingegen optimistisch: Um ein bis zwei Prozent wird das Kfz-Geschäft im nächsten Jahr noch zulegen, in Vollkasko tendenziell etwas stärker als in der Kfz-Haftpflicht und der Teilkaskoversicherung.
3.475 Menschen starben im Jahr 2015 auf deutschen Straßen. Insbesondere die relativ milden Wintermonate und ein sehr warmer, trockener Frühling haben 2015 zu mehr Getöteten und Verletzten geführt. Bei günstigen Witterungsbedingungen wird mehr und häufig schneller gefahren, lautet die Erklärung des Statistischen Bundesamtes. Zudem sind mehr ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Zweiradfahrer unterwegs. Dadurch steigt die Schwere der Unfälle.
Für die rund 1.750 Gelben Engel des ADAC und ihre rund 900 Straßendienstpartner macht Pressesprecher Jochen Österle eine andere Bilanz auf. Insgesamt berichtet er von knapp 1,4 Mio Einsätzen: "Das sind rund 27.000 Pannenhilfen weniger als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Was am bisher recht milden Winter liegt." Und auch das Vorjahr war weit entfernt von einem Rekordjahr.
Was ein strenger Winter bedeutet, verdeutlichen. Der einsatzstärkste Tag war bis dato der 18. Januar mit 25.920 Pannen. Österle: "An diesem Tag ging alle 3,3 Sekunden ein Hilferuf eines Autofahrers in den ADAC-Pannenhilfezentralen ein." Das Pannenaufkommen liegt an einem solchen Tag fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt. Man kann sich durchaus ausmalen, welche Auswirkung ein, zwei winterharte Wochen auf die Statistik haben.
Die häufigsten Ursachen für die Panneneinsätze: In knapp 300.000 Fällen und damit fast 36 Prozent der Fälle war es die Batterie, gefolgt mit deutlichem Abstand von Zündung und Reifen. (ku)
Bildquelle: Erich Kasten/ pixelio
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