Köpfe & Positionen

Kontrolle von Reputationsrisiken im Underwriting

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"Bevor die Risiken ausbrechen" erstellen Unternehmen wie Reprisk Profile zu Compliance- und Reputationsrisiken - auch für Versicherer und Vermögensverwalter wie die Allianz Global Investors. Ihr jährliches Ranking der "Most Controversial Companies" kommt nicht ohne die Fifa aus. Reprisk-CEO Philippe Aeby geht im Interview mit VWheute ins Detail.
VWheute: Welche Unternehmen greifen auf Ihre Expertise zurück?
Philippe Aeby: Angefangen haben wir als Teil der Know Your Client (KYC)-Prozesse von Banken. Bald kamen grosse Vermögeninshaber und Vermögensverwalter wie der Norwegische Ölfonds oder Allianz Global Investors dazu, welche Anlage-, Compliance- und Reputationsrisiken erkennen und kontrollieren wollen. In den letzten fünf Jahren kamen namhafte Versicherer dazu, welche unsere Daten und Metrics auch im Underwriting einsetzen. Heute sind multinationale Firmen insbesondere in Bezug auf Lieferantennetzwerke ein stark wachsendes Kundensegment.
VWheute: Wie sind Unternehmen wie VW und Organisationen wie die Fifa auf Krisen vorbereitet?
Philippe Aeby: Volkswagen und die Fifa waren schon früh auf unserem Radar, aber wir haben keine Kenntnisse zum internen Krisenmanagement, weil es unsere Aufgabe ist, Unternehmen bei der Bewertung von Risiken zu unterstützen, bevor die Krisen ausbrechen. Generell lässt sich aber sagen, dass erfahrene und in ihrer Zeit sehr erfolgreiche Manager manchmal die Zeichen der Zeit nicht erkennen: die Welt wird transparenter und die Ansprüche an die soziale Verantwortung von Unternehmen und Organisationen steigen.
VWheute: Wie können Sie mit Reprisk hier helfen?
Philippe Aeby: Wir sind ein Informationsanbieter, der täglich Daten zu Umwelt-, Sozial-, und Governencerisiken (ESG-Risiken) in 15 Sprachen recherchiert und daraus Risikoprofile für Unternehmen, Infrastrukturprojekte, Sektoren und Länder erstellt. Diese Risikoprofile, welche auch Reputationsrisiken abdecken, helfen bei der systematischen Identifikation und Bewertung von riskanten oder kontroversen Kunden- und Länderbeziehungen, Geschäftstransaktionen und Geschäftsaktivitäten. Dabei decken wir auch kleinere, private Unternehmen und alle Sektoren und Länder der Welt ab, wozu man sonst eher schwer an relevante, spezialisierte Informationen gelangt.
VWheute: Wo verorten Sie sich mit Reprisk? Wo sehen Sie Ihre Mission? Sind Sie Unternehmensberater mit Fokus auf Risikomanagement?
Philippe Aeby: Unsere Mission ist Transparenz zu Geschäftsaktivitäten herzustellen, um unsere Kunden bei der datengestützten Entscheidungsfindung zu helfen. Dabei motiviert uns zusätzlich, dass mehr Transparenz bezüglich Umweltzerstörung, Kinderarbeit oder Korruption auch zu mehr Unternehmensverantwortung führt.
VWheute: Wo sehen Sie die Trends im modernen Risikomanagement?
Philippe Aeby: Die Geschäftswelt wird nicht nur transparenter, sondern verändert sich auch schnell. Deshalb erfordert Prozessrationalität, also das Ausmass, zu dem am Entscheidungsprozess beteiligte Manager bestrebt sind, die unter gegebenen Umständen beste Entscheidung für ein Unternehmen zu treffen, unternehmensweite, also die ganze Wertschöpfungskette umfassende, und täglich aktualisierte Daten zur Entscheidungsunterstützung.
VWheute: Wie erklären Sie die dramatische Verbesserung der Fifa im Ranking von 2015?
Philippe Aeby: Das relevante Risikomaß, der Peak RRI, ist immer noch auf dem aussergewöhnlichen Wert von 78. Im Jahr 2015 haben sich verschiedene Risiken materialisiert, die Gesamtexposition hat aber nicht zugenommen, weshalb der RRI ungefähr gleich blieb. Zudem ist ja auch wichtig, was bei anderen Firmen geschah, da das Ranking auf einem Vergleich passiert.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Rafael Kurz.
AGCS · Reputationsrisiken
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