Politik & Regulierung

BDA will Pflegeberufe modernisieren

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Bundesrat debattiert heute einen Gesetzesentwurf zur Reform der Pflegeberufe. Damit sollen die bisherigen drei Ausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege reformiert und zu einem einheitlichen Berufsbild zusammengefasst werden. Die bestehende Dreigliederung der Pflegeberufe soll damit aufgehoben werden. Der BDA lehnt diese Reform ab.
Demnach sieht die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände in der geplanten Neuordnung der Pflegeberufe einen "Rückschritt gegenüber den bestehenden Ausbildungen und kein Beitrag, um den Fachkräftemangel in der Altenpflege zu verringern". Vielmehr müssten die "bisherigen drei Ausbildungsberufe Krankenpfleger, Kinderkrankenpfleger und Altenpfleger modernisiert, aber nicht zu einer Einheitsausbildung vermengt werden", kritisiert der BDA. Zudem seien die Qualifikationsanforderungen in den einzelnen Pflegeberufen "zu unterschiedlich, um sie zu einer Ausbildung zusammenfassen zu können".
Die Immobilienberatung Wüest & Partner geht davon aus, dass in 14 Jahren rund 3,6 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig sein werden. Davon werde etwa ein Drittel (rund 1,2 Millionen Menschen) stationäre Pflege in einer Pflegereinrichtung benötigen. Dies gehe aus dem "Pflegeheim-Atlas 2016" hervor. Dabei geht ein Szenario davon aus, dass bis 2030 mit einem zusätzlichen Bedarf von 300.000 Pflegeplätzen zu rechnen sei.
So müssten laut Pflegeheim-Atlas bis zum Jahr 2030 rund 2.550 weitere Pflegeheime mit jeweils 100 Betten geschaffen werden, um allein den demografischen Zusatzbedarf decken zu können. Dabei geht Wüest & Partner davon aus, dass der höchste Zusatzbedarf in Berlin mit 11.800 Betten existiere, gefolgt von Hamburg mit 4.100 zusätzlichen Pflegeplätzen bis 2030. Auf München und Köln würden jeweils 2.000 zusätzliche Betten benötigt. In Dresden und Leipzig bestehe ein Nachholbedarf von 1.500 bis 1.700 neuen Pflegebetten. Auf Länderebene bestehe laut Pflegeheim-Atlas vor allem in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg Entwicklungsbedarf. (vwh/td)
Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de
Pflege · Bundesrat · BDA
Auch interessant
Zurück
09.04.2019VWheute
"SPD kennt in ihrer expan­siven Sozi­al­po­litik mitt­ler­weile weder Maß noch Vernunft" Wenn die kranken- oder Pflegebeiträge steigen sollen, geht …
"SPD kennt in ihrer expan­siven Sozi­al­po­litik mitt­ler­weile weder Maß noch Vernunft"
Wenn die kranken- oder Pflegebeiträge steigen sollen, geht der Bund der Arbeitgeber auf die Barrikaden (BDA). Diesmal ist die SPD und deren Pflegekonzept in den Fokus der Arbeitgeber gerückt…
28.03.2019VWheute
GKV und Arbeit­geber gegen Jens Spahn Der Gesundheitsminister steht sicher nicht auf der GKV-Freundesliste. Erneut stoßen Pläne des umtriebigen …
GKV und Arbeit­geber gegen Jens Spahn
Der Gesundheitsminister steht sicher nicht auf der GKV-Freundesliste. Erneut stoßen Pläne des umtriebigen CDU-Politikers auf wenig Gegenliebe bei der GKV, der Unterstützung vom Arbeitgeberverband erhält. Beide Gremien kritisieren den Entwurf …
11.01.2019VWheute
Arbeit­geber wehren sich gegen Entlas­tung bei Betriebs­renten Geht es nach der Großen Koalition, soll die Doppelverbeitragung in der betrieblichen …
Arbeit­geber wehren sich gegen Entlas­tung bei Betriebs­renten
Geht es nach der Großen Koalition, soll die Doppelverbeitragung in der betrieblichen Altersvorsorge bald Vergangenheit sein. Allerdings gibt es nun Gegenwind aus den Reeihen der Arbeitgeber: "Die Diskussion um …
06.12.2018VWheute
Baloise-Verwal­tungs­rats­mit­glied Karin Keller-Sutter wech­selt in den Bundesrat Karin Keller-Sutter, Verwaltungsratsmitglied der Baloise, wird …
Baloise-Verwal­tungs­rats­mit­glied Karin Keller-Sutter wech­selt in den Bundesrat
Karin Keller-Sutter, Verwaltungsratsmitglied der Baloise, wird ihren Posten beim Schweizer Versicherer zum 31. Dezember 2018 räumen und in den Schweizer Bundesrat wechseln. Die diplomierte …
Weiter