Märkte & Vertrieb

Finanzmärkte sind zu pessimistisch

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Volkswirte der Allianz halten den aktuellen Pessimismus an den Finanzmärkten für unberechtigt. Demnach seien "die Rahmenbedingungen für die Weltwirtschaft trotz der Strukturprobleme in einer Reihe von Schwellenländern keineswegs schlecht", sagt Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz. Allerdings hätte eine Kumulation von Risiken zu einer "Erwartungsschwäche" geführt.
"Es dränge sich der Eindruck auf, dass die Finanzmärkte aktuell einen zu düsteren Blick in die Zukunft werfen", wird Heise von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zitiert. Dabei sieht er die Ungleichgewichte in den Staatshaushalten und in den außenwirtschaftlichen Bilanzen deutlich geringer als noch vor einigen Jahren.
So rechnet der Allianz-Chefvolkswirt mit einem robusten Wachstum in den USA für 2016 von 2,3 Prozent und in der Eurozone mit 1,5 Prozent. "Dieses Wachstum sollte im Laufe des Jahres zu einer Beruhigung an den Finanzmärkten führen", prognostiziert Heise. Gleichzeitig reduzierte die Allianz jedoch durch die niedrigen Rohstoffpreise die Erwartungen für die Inflations- und Zinsentwicklung. So gehen die Experten der Allianz davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) erst im Jahr 2017 ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent annähernd erreichen werde.
Gleichzeitig verwies Heise auf zahlreiche Risiken für die Weltwirtschaft, darunter die wirtschaftliche Schwäche in China, die mäßige Konjunkturentwicklung in den USA, sowie den Kapitalabfluss aus den Schwellenländern. Auch der Krieg in Syrien, die Flüchtlingskrise, das mögliche Ende des Schengen-Raumes sowie der denkbare Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union sorgten für Unruhe, so Heise. Daher dürften die Aktienmärkte schwankungsanfällig bleiben, prognostiziert Heise.
Allerdings seien die stark gesunkenen Ölpreise auch "ein erheblicher Treiber für die Weltkonjunktur. Mit einer zeitlichen Verzögerung werden die Produktionskosten gesenkt und die Kaufkraft gestärkt", ergänzt der Allianz-Chefvolkswirt (vwh/td)
Bild: Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz (Quelle: Allianz)
Allianz · Michael Heise
Auch interessant
Zurück
27.09.2018VWheute
Welt­weites Privat­ver­mögen wächst um 7,7 Prozent – Rück­fall absehbar Auch wenn das Bild im nationalen Bereich durch Niedrigzinsen und abnehmende …
Welt­weites Privat­ver­mögen wächst um 7,7 Prozent – Rück­fall absehbar
Auch wenn das Bild im nationalen Bereich durch Niedrigzinsen und abnehmende Renditen getrübt ist - global gesehen war das Jahr 2017 für die privaten Sparer und Kapitalanleger erfolgreich. Der synchrone …
27.06.2018VWheute
Heise: Völlig irra­tio­nale Über­trei­bungen gibt es immer wieder Überbewertungen auf breiter Front gibt es nach Einschätzung von Michael Heise noch …
Heise: Völlig irra­tio­nale Über­trei­bungen gibt es immer wieder
Überbewertungen auf breiter Front gibt es nach Einschätzung von Michael Heise noch keine. "Je nach Marktsegment steht die 'Finanzmarkt-Uhr' eher zwischen sieben und elf Uhr. Wir haben zwar noch viel Zuversicht und …
30.05.2018VWheute
Allianz: Gute Konjunktur bei stei­genden Risiken Verliert das Wirtschaftswachstum in Deutschland schon wieder an Schwung? Der schwache Start ins Jahr …
Allianz: Gute Konjunktur bei stei­genden Risiken
Verliert das Wirtschaftswachstum in Deutschland schon wieder an Schwung? Der schwache Start ins Jahr 2018 sorgte hie und da für besorgte Mienen. Denn mit 0,3 Prozent hatte sich das Wachstum im ersten Quartal gegenüber dem letzten …
22.03.2018VWheute
Allianz: Euro­raum mit Licht und Schatten Der jährliche "Euro-Monitor" der Allianz SE zeichnet auch dieses Jahr ein insgesamt positives Bild von der …
Allianz: Euro­raum mit Licht und Schatten
Der jährliche "Euro-Monitor" der Allianz SE zeichnet auch dieses Jahr ein insgesamt positives Bild von der wirtschaftlichen Entwicklung im Euroraum. Der Gesamtindikator auf Basis von 20 Einzelindikatoren liegt mit 6,8 Punkten im guten …
Weiter