Politik & Regulierung

Ärzte lehnen elektronische Patientenakte ab

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Jens Baas, Vorstandschef der Techniker Krankenkasse will Krankenkassen verpflichten, eine elektronische Patientenakte anzubieten. Der Patient soll aber entscheiden dürfen, ob er sie will und demnach Herr seiner Daten bleibt. Ärzteverbände sehen laut Stuttgarter Zeitung darin einen Eingriff in das Verhältnis von Arzt und Patient und lehnen das Modell ab.
"Die Versicherten bezahlen für eine Karte, die teuer und nutzlos ist sowie den Datenschutz quasi abschafft", sagt beispielsweise Wieland Dietrich, Vorsitzender der freien Ärzte. In der elektronischen Akte könnten aber durchaus auch die Daten aus Fitness-Trackern abgelegt werden, wie Jens Baas sagt. Allerdings lehnt er Tarife ab, die gesundheitsbewusstes Verhalten belohnen. Bei der Entwicklung der elektronischen Gesundheitskarte und im Rahmen des Testbetriebs im Zuge des E-Health-Gesetzes geht es aktuell auch darum, diese fit zu machen für Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Daten über Befunde, Diagnosen, Therapieentscheidungen, Behandlungsberichte sowie Impfungen für eine fall- und einrichtungsübergreifende Dokumentation über die Patienten.
"Solange die Wirtschaftlichkeit telemedizinischer Anwendungen nicht nachgewiesen ist, ist eine grundlegende Voraussetzung für die Aufnahme in den Leistungskatalog der GKV nicht gegeben", erklären Jörg-Peter Klötzer und Stefan Christiansen von der Axa. Die Experten plädieren hier für einen pragmatischen Ansatz.
Dem TK-Chef geht es darum, Patienten auch über mitunter gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten zu informieren. Das ist im Moment, selbst wenn die Kasse dies anhand ihrer Daten feststellt, gesetzlich nicht erlaubt. Nur in Ausnahmefällen bei bestimmten Erkrankungen wie Brustkrebs, Diabetes Typ I oder II oder koronarer Herzerkrankung dürften die Krankenkassen aufgrund der sogenannten Routinedaten die Patienten ansprechen. (vwh/ku)
Bild: Jens Baas, Vorstandschef der Techniker Krankenkasse (Quelle: TK)
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