Schlaglicht

Kfz-Zukunftsmarkt: Null Emission, null Unfälle, null Besitz

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Von Ingo Blöink. Der Wandel in der Mobilität gefährdet altgediente Geschäftsmodelle der Versicherer. Gleichzeitig entstehen Chancen auf Produktinnovationen, besonders bei neuen Deckungskonzepten. Dabei spielen die Captives der Automobilkonzerne eine entscheidende Rolle. Sie entwickeln sich zu Mobilitätsprovidern und werden in diesem Segment mit den aufstrebenden Fintechs konkurrieren.
Dank Elektromotoren soll das Auto der Zukunft emissionsfrei sein. Dieser Aspekt hat überschaubare Folgen auf die Versicherungsbranche. Ganz anders sieht es beim Technologiesprung des autonomen Fahrens aus. Am Ende dieser Entwicklung wird es heißen "Eyes off". Völlig autonome "Transportbehälter", auch "Pods" genannt, würden bei Bedarf gebucht beziehungsweise vorreserviert. Sie würden die Passagiere abholen oder sie zusammen mit anderen einsammeln und von A nach B bringen. Aufgrund der ausgestatten Sensoren solcher Maschinen wird es kaum Unfälle durch menschliches Versagen geben.
Vor diesem Hintergrund wird sich auch der Trend zum Carsharing durchsetzen. Mobilität wird den Verbrauchern wichtig sein, Eigentum hingegen nicht. Die Förderung der Vernetzung der Verkehrsmittel durch digitale Plattformen verstärkt diesen Trend.
Sobald das alles Realität ist und Autos miteinander kommunizieren können, wird der klassische Haftpflicht-und Kaskoschaden weitestgehend der Vergangenheit angehören. Ohne Risiko keine Prämie und keine Möglichkeit auf direkten Ertrag oder die Chance auf Umwegrentabilitäten durch Cross-Selling.
Beim Carsharing werden die verbleibenden Risiken wie Diebstahl, Vandalismus oder ertragreiche Deckungen wie Kaufpreis- oder Ratenschutz von den Flottenanbietern aufgrund der hohen Grundgesamtheit eher in Eigendeckung oder mit entsprechend schlanken Aggregatlösungen übernommen werden.
Was bleibt, scheint ein bescheidener Rest. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist dabei die Einführung von telematikgestützten „Pay as you drive“-Angeboten. Hinzukommen müssen neue Deckungskonzepte. Vorstellbar wären neue Deckungen wie etwa eine Grundhaftpflicht für alle, die einen Pod benutzen oder Insassenunfall- und Mobilitäts-beziehungsweise Verbindungsausfallversicherungen. Ebenso müssen neue Deckungskonzepte für Elektronik-, Cyber-, und Produkthaftpflicht konzipiert werden.
Strategisch wichtig werden die Captives sein, die eine Schnittstelle zwischen Kunden, Herstellern und ganzheitlicher Mobilität inklusive Versicherung wie Finanzierung bilden. Sie werden mit Fintechs konkurrieren, die ebenfalls in dieses interessante Segment streben.
Bild: Ingo Blöink ist Leiter Daimler Insurance Services Europe (Quelle: Daimler)
Kfz · vernetztes Fahren · Autonomes Fahren
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