Politik & Regulierung

Maas: Gesundheitsdaten dürfen nicht überwacht werden

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Rund ein Drittel der Deutschen nutzt bereits Fitness-Tracker. Das ergab eine Umfrage, die Bundesverbraucherminister Heiko Maas aus Anlass des Safer Internet Day in Berlin vorgestellt hat. Er will die Nutzung per Gesetz begrenzen und mahnt: "Fitness- und Gesundheitsdaten sind Teil der Privatsphäre. Niemand sollte gezwungen sein, seine Fitness überwachen zu lassen. Krankenversicherte dürfen keine Nachteile haben, wenn sie ihre Gesundheitsdaten nicht zur Verfügung stellen."
Laut Umfrage haben 17 Prozent der Deutschen eine spezielle Fitness-App auf ihr Smartphone geladen, 14 Prozent nutzen sogenannte Wearables. Der Triathlet Maas sagt, er selbst nutze Fitness-Tracker und werte die Daten auch selbst aus. Und er hoffe, dass diese Daten von seinem Provider sensibel behandelt und entsprechend geschützt werden.
In der Tat sehen 39 Prozent die Verwendung der Daten durch Dritte als ein Problem an, ein Drittel der Befragten stört das nicht. Besonders sensibel reagieren die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Datenschutz: 32 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die persönlichen Gesundheitsdaten niemanden etwas angingen, weitere 49 Prozent wollten selbst bestimmen, wer die Gesundheitsdaten erhält, nur 5 Prozent der Befragten war es egal, wer auf die persönlichen Gesundheitsdaten Zugriff hat.
Das mit Abstand größte Vertrauen setzen Verbraucher in Mediziner: 69 Prozent der Deutschen würden ihrem Hausarzt ihre Gesundheitsdaten zur Verfügung stellen. Aber nur 28 Prozent würden die Daten ihrer Krankenkasse anvertrauen
Der Verbraucherschutzminister fühlt sich in seinen Bedenken bestätigt: "Die Studie zeigt: Fitness- und Gesundheitsdaten sind Teil der Privatsphäre. Dies müssen Unternehmen respektieren. Sensible Gesundheitsdaten bedürfen eines besonderen Schutzes. Es darf nicht sein, dass Informationen über individuelle körperliche oder seelische Schwächen auf dem Datenmarkt die Runde machen. Wir werden deshalb prüfen, die Verwendung bestimmter Gesundheitsdaten auf Grundlage der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung einzuschränken."
Bitkom-Chef Bernhard Rohleder rät: "Verbraucher sollten bei der Auswahl von Fitness-Trackern auf die technischen Sicherheitsmerkmale achten und die Datenschutzerklärung sehr sorgfältig lesen." Ansonsten seien die Geräte für ihn eine Bereicherung: "Wearables helfen den Menschen dabei, etwas für ihre Gesundheit zu tun."
Laut der Bitkom-Umfrage sammeln zwei Drittel der Fitness-Tracker-Nutzer Daten, um ihre Gesundheit generell zu verbessern, 36 Prozent wollen sich mehr bewegen. 26 Prozent wollen generell mehr über ihren Gesundheitszustand wissen, und 21 Prozent wollen mehr über ihre sportlichen Aktivitäten wissen. (vwh/dg)
Bild: Heiko Maas, Bundesministser der Justiz und Verbraucherschutz (Quelle: SPD Saarland)
Fitness-App · Fitness Tracker
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