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Viel Glück und viel Segen

Von Christoph BaltzerTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Nach einem Jahr mit fast rekordverdächtig niedrigen Schäden spricht Munich-Re-Vorstand Jörg Schneider viel von Glück und Zufall. Dass der Überschuss trotzdem sinkt, liegt an den Problemen bei Ergo. Nach der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen legte die Munich-Re-Aktie kräftig zu.
Im vergangenen Jahr profitierte die Munich Re von einer extrem geringen Schadenbelastung und günstigen Wechselkursen. Trotzdem sank der Gewinn nach vorläufigen Zahlen um 3,1 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro. Rein operativ legte das Ergebnis um satte 20 Prozent auf 4,8 Mrd. Euro zu. Probleme macht der Erstversicherungs-Arm Ergo. Wegen Goodwill-Abschreibungen auf das deutsche Lebens-Geschäft (429 Mio. Euro) macht Ergo einen Verlust von 0,2 Mrd. Euro. Der neue Chef Markus Rieß wird im Laufe des ersten Halbjahrs berichten, wie der Konzern (16,5 Mrd. Beitragseinnahmen, - 1,2 Prozent) wieder Anschluss gewinnen soll.
Einer der Hauptgründe, warum die Munich-Re-Aktie zulegt, ist die Dividendenerhöhung. 8,25 Euro soll auf jede Aktie ausgeschüttet werden, das sind 50 Cent mehr als im Vorjahr. Zudem sollen bis April weitere 200 Mio. Euro für Aktienrückkäufe ausgegeben werden. Die Solvabilität habe sich verbessert, berichtet Jörg Schneider. Bei der Erneuerung ist es den Münchenern gelungen, das Prämienvolumen um 0,7 Prozent zu steigern. 1 Mrd. an Prämie wurde nicht verlängert, doch es kamen 1,2 Mrd. Euro Prämie durch Neugeschäft hinzu. Nach Einschätzung der Munich Re ist dabei das Preisniveau um lediglich ein Prozent gefallen.
Der Gewinn speist sich fast ausschließlich aus der Schadenrückversicherung und die hat ein exzellentes Jahr hinter sich. „Die Naturkatastrophen fallen zufallsbedingt niedrig aus“, sagt Jörg Schneider. Die Explosion in Tianjin hinterließ in den Büchern der Munich Re einen Schaden von 175 Mio. Euro, der Dammbruch in Brasilien 156 Mio. Euro, Überschwemmungen in Chile 47 Mio. Euro und ein Erdbeben dort 45 Mio. Euro. Doch das war’s schon. Auf 89,7 Prozent sank die Schaden-Kosten-Quote, dabei kamen 7,2 Prozentpunkte aus Abwicklungsgewinnen. Von den Nachreservierungen bei US-Schadenversicherern sei man nicht betroffen, berichtet Schneider. Prinzipiell sind die Reserven der Munich Re um vier Prozent der Nettoprämie überdotiert. „Wir stellen hohe Reserven auch für das Unbekannte“, sagt Schneider. (ba)
Munich Re · Jörg Schneider
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