Köpfe & Positionen

"Den stationären Vertrieb optimal ergänzen"

Von Rafael KurzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Kanäle, "von denen wir heute noch gar nichts wissen können", wird der Vertrieb der Zukunft beackern. Felix Anthonj, Gründer des Start-ups Flexperto sagt im Interview mit VWheute auch, dass es vor allen Dingen darum gehen wird, "den stationären Vertrieb optimal zu ergänzen."
VWheute: Manch Start-up wie auch etablierte Versicherungsplayer setzen aktuell auf Konfrontation. Was ist Ihr Ansatz für den Versicherungsvertrieb der Zukunft?
Felix Anthonj: Viele neue Angebote setzen auf die radikale Verdrängung des klassischen Vertriebs. Ich glaube allerdings nicht, dass Self-Service-Angebote alleine den Bedürfnissen der digitalen Kunden gerecht werden. Es wird darum gehen, den stationären Vertrieb optimal zu ergänzen. Wir gehen mit unserem Angebot also nicht auf Konfrontationskurs, sondern sehen uns vielmehr als Kooperationspartner.
VWheute: Welches sind die spannendsten Projekte?
Felix Anthonj: Obwohl wir bereits mit einigen großen Versicherern zusammenarbeiten, darf ich darüber leider noch nichts sagen. Ein besonders spannendes Projekt, über das ich sehr gerne rede, ist die Zusammenarbeit mit der Cura – Versicherungsvermittlung. In dem Unternehmen herrschen ein hohes Tempo und kurze Wege – optimal um neuen Projekte umzusetzen. Unter anderem wird die flexperto Kommunikationsplattform hier eingesetzt um den unbetreuten Bestand effizienter ansprechen zu können. Unsere Softwarelösung erlaubt die persönliche Ansprache ohne kosten- und zeitintensive Anfahrtszeiten. So werden Betreuungsressourcen optimal genutzt.
VWheute: Was tragen Sie mit Flexperto zum Vertrieb der Zukunft bei?
Felix Anthonj: Wir sehen heute, dass die Kommunikationskanäle zwischen Unternehmen und Kunden den privaten Kanälen um Jahre hinterher sind. Der Vertrieb der Zukunft wird sich über sehr viele verschiedene Kanäle abspielen, von denen wir heute noch gar nichts wissen können. Es wird nicht reichen, einfach nur nachzuziehen. Es wird darauf ankommen die Fähigkeit zu entwickeln, langfristig auf stetig neue Kundenbedürfnisse eingehen zu können und flexibel neue Kanäle bespielen zu können. Wir haben uns daher dafür entschieden, unsere Software als Plattform zu entwickeln, der, wie bei einem Puzzle, stetig neue Kanäle als Module hinzugefügt werden können. Diese Plattform verbindet die Vorteile digitaler Kommunikation – hohe Flexibilität, niedrige Kosten, Nutzerfreundlichkeit – mit denen des persönlichen Vertriebsgesprächs. So können wir alle Möglichkeiten des klassischen Vertriebs online abbilden. Das beinhaltet als Kern die Videokommunikation, aber auch das gemeinsame bearbeiten von Dokumenten, ein Whiteboard oder die Möglichkeit der Vertragsunterzeichnung. Kommt ein neuer Kanal hinzu, fügen wir ihn als weiteres Modul der Plattform hinzu.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Rafael Kurz.
Bild: Felix Anthonj, Gründer des Startups Flexperto, eröffnet heute die Digisurance in München. (Quelle: Flexperto)
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