Unternehmen & Management

Generali will 1.000 Arbeitsplätze abbauen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Da dürften Generali Deutschland-Chef Giovanni Liverani mehrere Steine vom Herzen gefallen sein: Unternehmensleitung und die Verhandlungskommission des Konzernbetriebsrats haben sich nach vier Monaten intensiver Verhandlungen auf ein umfangreiches Eckpunktepapier zur Umsetzung der neuen Strategie der Generali in Deutschland einigen können, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Papier legt die wesentlichen Elemente zur Beschäftigungssicherung und zum Sozialplan fest.
Die Vereinbarung ermöglicht dem Konzern, alle im Rahmen der neuen Strategie beschlossenen Maßnahmen bereits im Jahr 2016 zu beginnen, und soll so eine schnelle und effektive Umsetzung sicherstellen. "Die Einigung mit den Arbeitnehmervertretern ist ein Meilenstein auf unserem Weg, die Generali Gruppe auch in Deutschland zum führenden Privatkundenversicherer zu machen. Unseren Kurs werden wir in diesem Jahr beschleunigen", so ein erleichterter Liverani. Wer die Betriebsräte der Generali kennt, weiß, dass es ein zähes Ringen um jedes Komma gegeben haben muss. Dennoch wird es zu einem Personalabbau von rund 1.000 Stellen in den nächsten zwei Jahren kommen.
Begründet wird das mit der notwendigen Reduzierung von Personalkosten. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern soll ein "innovatives Maßnahmenpaket" angeboten werden: Hierzu gehören insbesondere eine befristete Beschäftigungssicherung sowie ein Freiwilligenprogramm, das Anreize für einvernehmliche, individuelle Lösungen bietet. Das Programm soll Mitarbeiter dazu motivieren, sich frühzeitig zu entscheiden, ob sie freiwillig den Standort wechseln, das Unternehmen verlassen oder ein Altersinstrument in Anspruch nehmen wollen. Diese Maßnahmen ermöglichten die Umsetzung des Personalabbaus ohne betriebsbedingte Kündigungen, heißt es weiter. Nach unbestätigten Informationen wird dies alles einen mindestens mittleren zweistelligen Millionenbetrag kosten.
Nahezu jeder Stein wird damit in der Generali umgedreht. Ziel sei die Stärkung der Wettbewerbsposition im deutschen Markt, um führender Privatkundenversicherer zu werden. Dies soll durch den starken Multikanalansatz im Vertrieb, eine vereinfachte und am Markt orientierte Steuerung, ein neues Geschäftsmodell in der Lebensversicherung, die Einführung smarter Produkte, Services und Prozesse, einen stärkeren Fokus auf Kunden sowie eine schlankere Betriebs-Plattform erreicht werden. So werden beispielsweise die sehr fragmentierten Back-Office-Tätigkeiten ohne Kundenkontakt auf Landesebene zusammengefasst, um größen- und kosteneffiziente Standortvorteile nutzen zu können.
Zu den Maßnahmen gehört auch, wie bereits von VWheute berichtet, die Gründung einer neuen Dienstleistungsgesellschaft, höchst wahrscheinlich in Leipzig. Erfolgreichen angestellten Außendienst-Mitarbeitern – die aus der ehemaligen Volksfürsorge Vertriebsgesellschaft kommen - soll ein Angebot unterbreitet werden, in eine selbstständige Tätigkeit zu wechseln. So verlautete auf den Vertriebstagungen. Und noch eine Frage steht im Raum: Ist Liverani nun nach Erledigung seines "Meisterstücks" auch Kandidat für den vakanten Vorstandsvorsitz der internationalen Assicurazioni Generali in Triest? (wo)
Bild: Generali Deutschland-Chef Giovanni Liverani (Quelle: Generali)
Generali Deutschland · Giovanni Liverani
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