Märkte & Vertrieb

Klassik wird zum Auslaufmodell

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Aussichten für die Lebensversicherung mit klassischen Garantie bleiben wegen wachsender Anforderung an die Zinszusatzreserve nach Einschätzung von Assekurata kritisch. 2015 war eine Rekordzuführung zur Zinszusatzreserve (ZZR) von zehn Mrd. Euro nötig gewesen und für 2016 wird sie bei unverändertem Zins auf zwölf Mrd. Euro steigen.
"Für die ZZR-Zuführung 2015 müssen 120 Basispunkte an Kapitalerträgen erwirtschaftet werden", sagt Assekurata-Geschäftsführer Reiner Will bei der Vorstellung der Marktstudie. Die Ertragslage vieler Lebensversicherer bleibe angesichts der zu stellenden ZZR unter erheblichem Druck. Nach Berechnung von Assekurata beläuft sich die durchschnittliche Garantiezinsanforderung im Bestand auf 2,97 Prozent (2015: 3,05 Prozent) im arithmetischen Durchschnitt. Durch die ZZR sinken diese Werte auf 2,59 (2,80) Prozent. Für 2016 deklarieren die Lebensversicherer über alle Tarife und Produktarten hinweg durchschnittlich 3,11 Prozent (2015: 3,32 Prozent) laufende Verzinsung im (klassischen) Neugeschäft.
Die klassische Leben sei ein Dinosaurier. "Ich erwarte keine Rückkehr zur Klassik in der Produktgestaltung, wenn sich die Zinslandschaft ändern sollte. Der Paradigmenwechsel wird sich dann fortsetzen", ist Will überzeugt. 20 Lebensversicherer mit zusammen 46,3 Prozent Marktanteil bieten inzwischen einen Tarif der Neuen Klassik an; weitere sechs planen es. Zehn Gesellschaften haben Indexpolicen im Angebot, drei haben eine Markteinführung angekündigt. An der Marktstudie nahmen 62 Lebensversicherer (Vorjahr: 64) mit einem Marktanteil von 85,7 Prozent (2014: 88,9 Prozent) teil. (lie)
Bild: Lars Heermann (links) und Reiner Will (rechts) bei der Vorstellung der Assekurata-Studie. (Quelle: lie)
Lebensversicherer · Assekurata
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