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Anwalt haftet bei Ärger mit der Steuer

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Unfallopfer müssen ihren Verdienstausfallschaden in der Regel versteuern. Sie müssen von der gegnerischen Versicherung so gestellt werden, dass die Steuer ein durchlaufender Posten ist. In der Praxis passiert das scheinbar nicht immer, wie Experten auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar berichteten. So würden Versicherer wiederholt versuchen, durch schnelle Abfindungserklärungen die Steuer zu umgehen.
Teilweise werde der steuerpflichtige Erwerbsschaden sogar zum nicht steuerpflichtigen Schmerzensgeld um deklariert. Doch selbst ein solches "Steuersparmodell", bei dem im Wesentlichen der Fiskus geschädigt wird, kann Anwälten im Nachgang "auf die Füße fallen". Das wäre beispielsweise dann der Fall, wenn das Opfer, in Unkenntnis des wirklichen Sachverhaltes, mit dem nächsten Anwalt einen höheren Erwerbsschaden einklagt. Verkehrsopfer dürfen in keiner Weise aufgrund ihrer Entschädigung auf einer Steuerschuld sitzenbleiben.
"Hier ist allein der Anwalt gefordert", sagte die Fachanwältin für Verkehrsrecht, Cordula Schah Sedi aus Tessin bei Rostock. Stellt das Opfer später fest, dass Steuerzahlungen beim Schadenersatz nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt wurden, könne der Anwalt in Regress genommen werden.
"Leider wissen sehr viele Anwälte, selbst Fachkollegen, immer noch nicht, dass bei einem Erwerbsschaden auch die Steuer berücksichtigt werden muss", kritisierte Markus Schäpe, Leiter der Juristischen Zentrale des ADAC. Nach Meinung des Experten sei es nicht Sache des Versicherers beim Vergleich den Anwalt auf die Steuerproblematik hinzuweisen. Der Anwalt müsse das wissen und sein Mandant dürfe auf eine sachgerechte Vergleichsverhandlung vertrauen.
Allein, wenn das Unfallopfer nicht durch einen Anwalt vertreten werde, sollte der Versicherer aus Fairness auf die Versteuerung aufmerksam machen. "Ich rate zudem bei größeren Erwerbschäden unbedingt einen Steuerberater mit in die Beratung einzubinden", forderte Schäpe. Selbst wenn das Verkehrsopfer für die zusätzliche Beratung zahlen müsse, spielten diese Kosten im Vergleich zum möglichen Schaden durch ein "Vergessen" der Steuer kaum eine Rolle. (usk)
Bild: Markus Schäpe, Leiter der Juristischen Zentrale des ADAC (Quelle: usk)
Steuern · Opferentschädigung
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