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Challenger-Unglück: Für Versicherer ein Nicht-Ereignis

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Heute vor 30 Jahren brach die Raumfähre Challenger auseinander. Dabei starben alle sieben Astronauten. Für die Raumfahrtversicherung indes war die Katastrophe, die sich 73 Sekunden nach dem Start ereignete, ein Nicht-Ereignis. 1986 waren die Raumfahrtversicherer lediglich von einem Schaden betroffen, dem Fehlstart der Ariane im Mai 1986, der den Versicherungsmarkt mit rund 90 Mio. Dollar belastete.
Seit Beginn der Raumfahrtversicherung im Jahre 1965 bis einschließlich 1986 verzeichneten die internationalen Raumfahrtversicherer Verluste von insgesamt über 300 Mio Dollar, berichtete die Versicherungswirtschaft damals. Die amerikanische Regierung hatte sich im Nachgang der Katastrophe bereit erklärt, einen Teil der gegen die am Bau der "Challenger" beteiligten Firmen geltend gemachten Haftpflichtansprüche zu übernehmen.
Die bis Juni 1986 einzige bei Versicherern geltend gemachte Schadenforderung im Zusammenhang mit dem Challenger-Unglück betraf eine spezielle, auf den Namen Christa McAuliffe ausgestellte und von Lloyd`s gezeichnete Unfallpolice mit einer Versicherungssumme von eine Mio Dollar, wie die Versicherungswirtschaft im Heft 12/86 berichtete. Grund für den geringen versicherten Schaden: es waren keine versicherten Satelliten an Bord.
Die auf das Jahr 1986 entfallenden Netto-Beitragseinnahmen aller Raumfahrtversicherer betrugen rund 80 Mio. Dollar, so dass der Markt mit einem Verlust von 10 Mio. abschloss.
Trotz allem setzte im Nachgang eine heftige Debatte über die Zukunft der Raumfahrtversicherung ein. Noch zwei Jahre später erörterte VW-Autor Herbert Zocher, ob "eine Versicherung auf Gegenseitigkeit, wie sie von der "The Space Mutual Insurance Association" (Bermuda) vorgeschlagen wird, für die Raumfahrtindustrie passend ist und ob Pläne wie diese die Unterstützung der Versicherer und der Raumfahrtindustrie finden werden."
Seine Prognose war düster: "Jeder Vorschlag, der die Prämieneinnahmen des Weltraumversicherungsmarktes behindert, hält die erforderliche Entwicklung und Stabilisierung des Marktes auf. Neue Kapazitäten werden erst dann entstehen, wenn das Vertrauen in die Technologie wieder hergestellt ist und angenommen werden kann, dass die Raumfahrt-Versicherung wieder auf einer profitablen Basis gezeichnet werden kann."
Das Challenger-Unglück indes hatte zur vorübergehenden Einstellung des Shuttle-Programms geführt. Der Ausfall eines oder mehrerer Dichtungsringe in einer der seitlichen Feststoffraketen (Booster) wurde als Grund ermittelt.
CNBC berichtet für 2015 von insgesamt 50 versicherten Starts in den Weltraum bei einem gesamten Prämienaufkommen von 750 Mio. Dollar. (vwh/ku)
Bildquelle: NASA
Raumfahrt · Challenger
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