Politik & Regulierung

Fußball: Haftung nur bei schuldhaftem Regelverstoß

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Trägt ein Fußballer aus einem Spiel Verletzungen davon, kann er den Gegner nur dann in Haftung nehmen, wenn dieser die Regeln vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzt hat. Dies entschied das Landgericht Coburg mit Urteil vom 27. Oktober 2015 (Az.: 23 O 58/15). Demnach sei Fußball ein Kampfspiel mit erhöhtem Gefährdungspotenzial, bei dem es nicht selten zu Verletzungen komme, lautet die Begründung.
Zum konkreten Fall: Während eines Verbandsjuniorenspiels hatte sich ein Torhüter einen doppelten Kieferbruch zugezogen, nachdem er mit einem Gegenspieler zusammengeprallt war. Eine Ahndung durch den Schiedsrichters als Foul erfolgte jedoch nicht.
Der Kläger begründete seinen Gang vor Gericht damit, dass ihm der Gegenspieler aus Frust mit voller Wucht gegen den Kopf getreten haben soll. Darin sah er keine gerechtfertigte Härte mehr, sondern eine Körperverletzung - mindestens aber einen grob fahrlässigen Regelverstoß.
Das zuständige Gericht wies die Klage nun unter Zuhilfenahme der Regeln des Deutschen Fußballbundes (DFB) ab. Der Verletzte hatte nach Ansicht der Richer - trotz regelwidrigem Verhalten des Gegners - keinen Beweis für einen vorsätzlich oder grob fahrlässigen Regelverstoß durch den Gegner führen können. Das Urteil ist rechtskräftig. (vwh/td)
Bildquelle: Q.pictures / pixelio.de
Haftung · Fußball · Landgericht
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