Politik & Regulierung

"Dashcams machen Gutachten überflüssig"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Für ihren Einsatz plädieren die Versicherer seit Langem. Mithilfe von Dashcams – kleinen Videokameras, hinter der Windschutzscheibe – lässt sich bei vielen Unfällen die Schuldfrage schneller und einfacher klären. Ab kommenden Mittwoch diskutieren auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar Experten, wie der Datenschutz dabei eingehalten werden kann.
Die Verkehrssicherheit werden sie nicht verbessern, aber die Schadenregulierung deutlich beschleunigen. "Dashcams liefern objektive und leicht auszuwertende Informationen und könnten diverse unfallanalytische Gutachten überflüssig machen", sagt Uwe Cremerius, Leiter der Kommission Kraftfahrt Schaden im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
Damit die Versicherer Dashcam-Aufnahmen verwenden können, müsse aber zunächst ein verbindlicher datenschutzrechtlicher Rahmen für ihren Einsatz geschaffen werden. Die Kameras sind zwar nicht verboten, doch die durchgehende Aufnahme von Personen und Kennzeichen während der Fahrt verstößt gegen den Datenschutz.
Erlaubt ist nur, die Kamera unmittelbar vor oder während einer Gefahrensituation einzuschalten. "Das ist völlig unrealistisch", kritisiert Cremerius. "In einer Gefahrensituation versuchen die Fahrer, den Unfall zu verhindern und werden kaum daran denken, die Dashcam einzuschalten." Er schlägt vor, solche Kameras zuzulassen, die eine Fahrt lediglich für einen kurzen Zeitraum aufzeichnen und ältere Aufnahmen kontinuierlich löschen. "So würden wir die Chancen des technischen Fortschritts nutzen und den Erfordernissen des Datenschutzes gerecht werden", erklärt Cremerius. (vwh/dg)
Bildquelle: David Gorr
Verkehrsgerichtstag · Verkehrsunfall · Verkerssicherheit · Dashcam
Auch interessant
Zurück
28.06.2019VWheute
Allianz bezahlt Monate nach Dashcam-Todes­fahrt Wurde der öffentliche Druck für die Allianz zu groß? Wenige Tage nach einem Bild-Bericht über einen …
Allianz bezahlt Monate nach Dashcam-Todes­fahrt
Wurde der öffentliche Druck für die Allianz zu groß? Wenige Tage nach einem Bild-Bericht über einen tödlichen Autounfall, der per Dashcam aufgezeichnet wurde, hat die Allianz eingelenkt und bezahlt. Das behauptet zumindest das …
03.06.2019VWheute
"Bera­tungs­soft­ware hat das Fach­wissen keines­wegs über­flüssig gemacht" Die Lebensversicherung hat Probleme. Eine Alternative ist die betriebliche…
"Bera­tungs­soft­ware hat das Fach­wissen keines­wegs über­flüssig gemacht"
Die Lebensversicherung hat Probleme. Eine Alternative ist die betriebliche Altersversorgung, doch das Feld ist komplex, weswegen Experten benötigt werden. Prof. Heinrich Bockholt, Fachbereichs …
10.04.2019VWheute
Ex-Würt­tem­ber­gi­sche-Vorstands­chef Norbert Heinen stirbt bei Verkehrs­un­fall Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Württembergischen Versicherun…
Ex-Würt­tem­ber­gi­sche-Vorstands­chef Norbert Heinen stirbt bei Verkehrs­un­fall
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Württembergischen Versicherung, Norbert Heinen, ist am 8. April 2019 an den Folgen eines unverschuldeten Verkehrsunfalles verstorben. der 64-Jährige war bis …
18.03.2019VWheute
Gen Re setzt auf Selfie-Police: So macht das Smart­phone den Vermittler über­flüssig Selfies mit dem Smartphone sind derzeit groß in Mode. Kein Wunder…
Gen Re setzt auf Selfie-Police: So macht das Smart­phone den Vermittler über­flüssig
Selfies mit dem Smartphone sind derzeit groß in Mode. Kein Wunder, dass die Versicherungskonzerne diesen Trend nun auch für die eigenen Zwecke nutzen wollen. So hat der Rückversicherer Gen Re …
Weiter