Köpfe & Positionen

Allianz-Chef fordert gleiche Regeln für alle

Von Rafael KurzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Allianz-CEO Oliver Bäte fordert Waffengleichheit zwischen Online- und Offlineunternehmen. "Diese gibt es heute nämlich nicht", sagt er im Interview mit dem Spiegel. "Für alle Anbieter müssen dieselben Regeln gelten."
Angesprochen auf möglichen Konkurrenzdruck durch Konzerne wie Google erklärt Oliver Bäte: "Wir finden es nicht so toll, wenn Unternehmen Kundendaten einfach abgreifen und damit Geschäfte machen. Außerdem werden nicht nur unsere Produkte, sondern auch unsere Beratungsprozesse reguliert."
Den Wettbewerb mit Vergleichsportalen sieht Bäte sportlich: "Wenn sie heute in einen Supermarkt gehen und Waschmittel aussuchen, werden Sie auch nicht gezwungen, dasselbe zu kaufen wie beim letzten Mal. Wir müssen unsere Dienstleistung deshalb so gut machen, dass alle sie haben wollen."
Ihm geht es demnach um "völlig neue Produkte und Prozesse." Als Beispiele, wo ein Konzern auch in Zukunft seine Größe gewinnbringend ausspielen kann, führt er die automatisierte Schadenaufnahme per Smartphone an sowie eine Systemversicherung für autonome Fahrzeuge, "wenn sich jemand in das System einhackt und zehn Autos ineinander crashen lässt." Wie Huk-Chef Wolfgang Weiler sieht er die nahe Zukunft der Telematik vor allen Dingen bei der Zielgruppe der jüngeren Fahrer (siehe KÖPFE). Auch ältere Fahrer sieht er hier mit Interesse, vielleicht in einem Tarif, "der es honoriert, wenn diese Gruppe nicht mehr nach Einbruch der Dämmerung fährt, weil sie da immer schlechter sieht."
Weder fürchtet Bäte angesichts der digitalen Herausforderung ein Ende des Versicherungsgedankens noch glaubt er, künftig mit einem Bruchteil der heutigen Mitarbeiter auszukommen. "Das Profil der Beschäftigten wird sich verändern", konstatiert er. (vwh/ku)
Bild: Allianz-CEO Oliver Bäte. (Quelle: Allianz)
Allianz · Telematik · Bäte
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