Märkte & Vertrieb

BU-Regulierungspraxis nicht verifizierbar

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Ratingagentur Franke und Bornberg sieht die jüngste Branchenstatistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zur Regulierungspraxis bei Berufsunfähigkeitsversicherungen kritisch. Ein grundlegendes Problem sei, dass die Zahlen des Branchenverbandes nicht verifiziert werden können, weil diese ausschließlich auf Angaben der befragten Unternehmen beruhen, so die Experten.
Damit sei eine externe Prüfung nicht möglich, kritisiert Franke und Bornberg weiter. Zudem hätten die Werte der Ratingagentur ergeben, dass die Leistungsquote im Jahr 2014 bei knapp 65 Prozent lag. Nach Angaben des GDV liegt diese hingegen bei 77 Prozent.
"Wir wissen, dass viele Kunden ihren Anspruch nicht weiter verfolgen und den Fragebogen nicht ausgefüllt zurücksenden. Der GDV weist nicht aus, wie er mit diesen Fällen umgeht. Berücksichtigt die Quote alle Leistungsanträge, oder nur jene, bei denen alle für die Entscheidung erforderlichen Angaben vorlagen?", so die Experten von Franke und Bornberg weiter.
Auch zu den Ablehnungsgründen halte sich der Branchenverband bedeckt. Allerdings sei es "für Vermittler wie für Kunden, aber auch für die Öffentlichkeit durchaus von Interesse, warum keine Leistung erbracht wird. Denn hinter jeder Ablehnung steht ein konkreter Sachverhalt, zum Beispiel medizinische Gründe, Anfechtung und Rücktritt, ein nicht erfüllter Prognosezeitraum, Ausschlüsse aufgrund von Bedingungen oder Klauseln, Gerichtsurteile oder Verweisung", meinen die Experten.
Denn: "Je differenzierter die Angaben der Versicherer, umso größer ist die Akzeptanz, weil der Vorwurf pauschaler Leistungsverweigerung schwindet", so Franke und Bornberg. (vwh/td)
Bildquelle: Ergo
GDV · Berufsunfähigkeitsversicherung · Franke & Bornberg
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