Risiko Unwetter: Bei „normalen“ Anleihen basieren die Kuponzahlungen und die Rückzahlung des Nennwerts auf einer mathematischen Formel. Bei CAT-Bonds basiert die Formel auf dem Eintreten eines im Voraus bestimmten Naturereignisses.
Risiko Unwetter: Bei „normalen“ Anleihen basieren die Kuponzahlungen und die Rückzahlung des Nennwerts auf einer mathematischen Formel. Bei CAT-Bonds basiert die Formel auf dem Eintreten eines im Voraus bestimmten Naturereignisses.Quelle: OpenClipart-Vectors/ Pixabay 
Erschienen in Ausgabe 2-2020Märkte & Vertrieb

Wetten gegen Mutter Natur

Steigende Renditen bei Katastrophenanleihen und Versicherungsverbriefungen haben das Interesse der Anleger geweckt. Insurance Linked Securities sind Instrumente, deren Wert vom Eintreten einer Naturkatastrophe beeinflusst wird. Die Vorteile der Anlageklasse können in zwei Worten zusammengefasst werden: Rendite und Diversifikation.

Von Olivier MarionVersicherungswirtschaft

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Anlegern ermöglichen ILS einen vorhersehbaren Ertragsstrom und da die Wertentwicklung von ILS von ganz eigenen Faktoren abhängig ist, fallen ihre Renditen meist sogar höher aus als die vieler herkömmlicher festverzinslicher Instrumente. Im derzeitigen Umfeld bieten sie aufgrund ihrer Eigendynamik und ihrer technischen Eigenschaften attraktive Renditen. Da ILS keine Finanzwerte sind, korrelieren sie nicht mit anderen Anlageklassen und können als unkorrelierte Anlageklasse der Diversifizierung von Renten-, Kredit- und Aktienportfolios dienen und zur Risikoreduktion in einem Portfolio beitragen. Als Diversifizierungskomponente sind ILS zudem meist weniger volatil als traditionelle „sichere Häfen“ wie Gold.

In Anbetracht der höheren Volatilität an den Anleihe- und Aktienmärkten suchen viele professionelle Anleger nach Alternativen zu traditionellen Werten, um eine Rendite zu erzielen und sich der Ungewissheit der Finanzmärkte zu entziehen. Aufgrund ihres attraktiven Risiko/Ertragsprofils gehören ILS ganz klar zu dieser Art von neuartigen Anlagen. Eine Form der ILS stellen die sogenannten CAT-Bonds oder Katastrophenanleihen dar. Diese werden in der Regel von Versicherungs- oder Rückversicherungsgesellschaften begeben, um einen Teil der Risiken außergewöhnlicher Naturereignisse (Wirbelstürme, Erdbeben, Tsunamis usw.) auszulagern. Damit können Sie ihre eigene Ausrichtung auf die Risiken solcher Naturereignisse senken. Bei „normalen“ Anleihen basieren die Kuponzahlungen und die Rückzahlung des Nennwerts auf einer mathematischen Formel. Bei CAT-Bonds basiert die Formel auf dem Eintreten eines im Voraus bestimmten Naturereignisses. Tritt dieses ein, verliert der Zeichner einer solchen Anleihe einen Teil oder die Gesamtheit der Zinszahlungen, unter Umständen sogar des Nennwerts. CAT-Bonds weisen eine relativ kurze Laufzeit auf (durchschnittlich drei Jahre).

Guter Einstiegszeitpunkt für Anleger

Diese in den 1990er Jahren entwickelten Instrumente konnten die Anleger dank ihrer Eigenschaften, allen voran den Diversifikationsmöglichkeiten, überzeugen. Ihre Entwicklung ist konjunkturunabhängig und korreliert nur sehr wenig mit der Entwicklung anderer Finanzwerte. Sie bestechen außerdem durch eine niedrige Volatilität und ein interessantes Risiko-Ertragsprofil. Obwohl Versicherungsgesellschaften den Großteil der Emittenten stellen, gehören auch supranationale Organisationen wie die Weltbank (die Anleihen für Länder auflegt, denen Naturkatastrophen drohen) und private…