Quelle: picture alliance/Everett Collection
Erschienen in Ausgabe 2-2020Unternehmen & Management

Mord, Lust und Versicherung

So gegenwärtig wie der Schutz von Risiken in unserem Alltag ist, so vielfältig versuchte Hollywood die Geschichten dahinter zu verfilmen.  Ein Überblick über die besten von ihnen. Teil 1.

Von David GorrVersicherungswirtschaft

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Welchen Beruf hat ein unaufflälliger Durchschnittsltyp? Die Macher des Films „Die Truman Show“ mit Jim Carrey wählten dazu einen Versicherungsangestellter. Ansonsten hat die intelligente Satire nichts mit der Assekuranz zu tun. Ebenso wenig wie Bud Spencers Rolle als Hutch Bessy im Italo-Western „Gott vergibt… Django nie!“ Andere Filme tauchten tiefer in die Versicherungsmaterie ein – mal mehr, mal weniger realistisch:
Kleinkarierte Zahlendenke: „Ich bin von Beruf Risk Manager. Ich weiß, dass eine 0,013%ige Wahrscheinlichkeit besteht, dass ich auf dem Nachhauseweg von einem Auto angefahren werde, oder dass eine Chance von 1:46.000 besteht, durch ein U-Bahn-Gitter zu fallen,“sagt Ben Stiller in der Rolle als Reuben Feffer.
Kleinkarierte Zahlendenke: „Ich bin von Beruf Risk Manager. Ich weiß, dass eine 0,013%ige Wahrscheinlichkeit besteht, dass ich auf dem Nachhauseweg von einem Auto angefahren werde, oder dass eine Chance von 1:46.000 besteht, durch ein U-Bahn-Gitter zu fallen,“sagt Ben Stiller in der Rolle als Reuben Feffer.Quelle: S L.a.g.h.a.r.i / flickr

Kafka (1991)

Werk und Person sollte man bei Franz Kafka nie durcheinandermischen. Regisseur Steven Sonderbergh hat das bewusst gemacht und noch vieles mehr hinzugedichtet. Oscarpreisträger Jermey Irons spielt Kafka, der als Angestellter in einer Arbeiterunfallversicherung arbeitet, sich aus Langeweile dämonische Geschichten verfasst und schließlich auf eigene Faust 1919 in Prag einem verschwundenen Arbeitskollegen nachspürt. Seine Suche führt ihn in ein örtlichen Schloss, wo ein gewisser Dr. Murnau (Anspielung auf den bedeutenden Nosferatu-Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau) mit den Gehirnen seiner Opfer experimentiert. Der durchgehend schwarz-weiße Thriller im Stil des expressionistischen Kinos floppte an den Kinokassen. Als Independentfilm war der Film auch nicht für die Massen gedacht. Das traf eher auf Sonderberghs spätere Gaunerkomödie  Ocean’s Eleven (2001) zu. Neben der Hauptfigur sind die eher unscheinbaren Nebenrollen allesamt hochkarätig besetzt, die Handlung halbwegs spannend und streckenweise verrückt. Wer eine Kafka-Biografie erwartet, wird enttäuscht. Um alle Dialoge deuten zu können, sollte man allerdings Kafkas Werke im Ansatz kennen. Ein Beispiel: „Woran arbeiten Sie gerade?“ - wird Kafka gefragt. Seine Antwort: „An einer Sache, wo ein Mann aufwacht und sich in ein Insekt verwandelt hat.“

Und dann kam Polly (2004)

Jeder kennt wohl diese Situation: „Ich hab grad geschurzt! Ich wollte furzen, da kam ‚n bisschen Scheiße mit raus“– Fäkalhumor ist traditonell ein wesentlicher Bestandteil in den Filmen, in denen der Komiker Ben Stiller mitspielt. Wer nicht mehr erwartet, wird bei „Und dann kam Polly“ auch nicht enttäuscht. Denn Stiller spielt einen ähnlichen Charakter wie in „Verrückt nach Mary“ oder…