Erschienen in Ausgabe 1-2020Trends & Innovationen

Wirkungstreffer

Umweltkatastrophen belasten die Bücher der Versicherer auch im Jahr 2019 enorm. Neben dem Klimawandel gehören makroökonomische Risikofaktoren zu den Auslösern. Raum für Verbesserungen wäre vorhanden, doch die Prognosen bleiben düster.

Von Michael StanczykVersicherungswirtschaft

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Auf insgesamt 140 Mrd. US-Dollar im Jahr 2019 belief sich der gesamtwirtschaftliche Schaden aus Natur- und Man-made-Katastrophen. Die versicherten Schäden weltweit werden auf rund 56 Mrd. Dollar geschätzt und liegen damit unter der Vorjahreszahl von 93 Mrd. Dollar sowie auch unter dem Jahresdurchschnitt (75 Mrd. Dollar) der letzten zehn Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt der Rückversicherer Swiss Re in seiner aktuellen Sigma-Studie. Vor allem tropische Wirbelsturmaktivitäten in der zweiten Jahreshälfte ließen die Zahl versicherter Schäden ansteigen. Wie in den Vorjahren generierten zahlreiche kleinere und mittlere schadenverursachende Katastrophenereignisse, sogenannte sekundäre Naturgefahren, über 50 Prozent der versicherten Schäden. Von dem weltweit rund 140 Mrd. Dollar gesamtwirtschaftlichen Schaden in diesem Jahr entfielen 133 Mrd. Dollar auf Naturkatastrophen. Die restlichen Schäden in Höhe von 7 Mrd. USD sind auf Man-made-Katastrophen zurückzuführen.

In der ersten Jahreshälfte hinterließen die Wirbelstürme Idai und Kenneth in Mosambik und den Nachbarländern sowie der Zyklon Fani in Indien Spuren der Zerstörung und forderten rund 1 400 Opfer. Angesichts der tiefen Versicherungsdichte in den betroffenen Regionen waren die versicherten Schäden jedoch gering. In der zweiten Jahreshälfte 2019 wurden die Bahamas und North Carolina in den USA von Hurrikan Dorian getroffen, der versicherte Schäden von rund 4,5 Mrd. Dollar verursachte, berichtet Swiss Re. Japan wurde innerhalb kurzer Zeit von zwei verheerenden Taifunen heimgesucht. Mitte September traf der Taifun Faxai die Region Kanto, zu der auch die Greater Tokyo Area gehört, und verursachte geschätzte versicherte Schäden von rund 7 Mrd. Dollar. Kurz darauf, Anfang Oktober, traf Taifun Hagibis die gleiche Region und verursachte weitere weitreichende Schäden in ganz Japan. Die gesamten versicherten Schäden von Hagibis werden auf rund 8 Mrd. Dollar geschätzt. Nach einigen Jahren relativer Ruhe bestätigt die Erfahrung der letzten zwei Jahre, dass Japan hinsichtlich Taifunrisiko nach wie vor sehr verwundbar ist, berichtet Swiss Re. Die diesjährigen Taifune unterstreichen erneut die hohe Exponiertheit der städtischen Regionen in Japan gegenüber Taifunwind- und Überschwemmungsrisiken – trotz vorhandener Infrastruktur zur Schadensbegrenzung. Auch wenn der Klimawandel nicht als verstärkender Risikofaktor ausgeschlossen werden kann, sei es laut Swiss Re sicher, dass die letzten drei Ereignisse das historische Muster…