Quelle: Stuart Isett/Fortune Most Powerful Women/ Flickr.com
Erschienen in Ausgabe 1-2020Köpfe & Positionen

Lebende Legende

Im Profil: Warren Buffett, CEO Berkshire Hathaway

Von Alexander KasparVersicherungswirtschaft

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Das Orakel von Omaha“, „Die freundlichste Heuschrecke der Welt“, „König Midas“ oder ganz einfach „Das Genie“. Die Namen und Etiketten für die amerikanische Investorenlegende Warren Buffett haben meist eines gemeinsam: Sie drücken höchste Bewunderung aus für einen Mann, den sein untrügliches Gespür für lohnende Investitionen unter die Top 5 der Forbes Liste der reichsten Menschen der Welt befördert hat. Doch Gespür war es nicht allein, das Buffetts Erfolg begründet hat, sondern harte Arbeit, ein intuitives Zahlenverständnis - man höre und staune - auch große Bescheidenheit und nicht zuletzt sein Vater Howard, der, bevor er Kongressabgeordneter wurde, seine Familie als Broker ernährte.

So zahlreich wie die Kosenamen seiner weltweiten Fans sind auch die Versuche, Buffetts Erfolge zu erklären, seine Strategie zu dechiffrieren, um sie nicht zuletzt zu kopieren. Dabei lässt sich sein Credo in wenigen Sätzen beschreiben: Beachte den Unterschied zwischen Spekulation und Investition, kaufe nur das, was du selber verstehst, oder besser das, was du selber konsumierst, sei ängstlich, wenn andere gierig sind und sei gierig, wenn andere ängstlich sind. Dann habe Geduld mit deiner Anlage, kenne deine Stärken und arbeite ausdauernd. Zusammenfassen lässt sich Buffetts Investitionsstil als das Kaufen von Unternehmen mit nachvollziehbaren Geschäftsmodellen zu einem Preis, unter Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge, um diese Papiere für immer zu halten. Buffett würde wohl nie Aktien eines Unternehmens kaufen, wenn er grundsätzlich nicht auch bereit wäre die gesamte Firma zu kaufen oder um es in seinen eigenen Worten auszudrücken: „Ich kaufe unter der Annahme, dass sie den Markt morgen schließen können und ihn für fünf Jahre nicht wieder öffnen.“ Als „Buffettology“ bezeichnen Finanzexperten diesen Investitionsstil, der auf der Fundamentalanalyse seines Lehrmeisters an der New Yorker Cloumbia University, Benjamin Graham, fußt.

Erstes Geld mit sechs Jahren

Warren Edward Buffett erblickte am 30. August im Jahre 1930 in Omaha, Nebraska das Licht der Welt. Sein erstes Geld verdiente er im Alter von sechs Jahren, als er Coca-Cola-Sixpacks für 25 Cent kaufte und die Flaschen einzeln für fünf Cent weiterverkaufte. Damit machte er einen Gewinn von fünf Cent je Sixpack. Mehr Geld verdiente er später als Zeitungsjunge und noch mehr mit der Vermietung von durch ihn selbst restaurierte Flipper-Automaten. Daneben verkaufte er bereits als Kind gebrauchte Golfbälle. Davon erwarb er…