Erschienen in Ausgabe 1-2020Trends & Innovationen

Zurich ist fein raus

Nach der Pleite von Thomas Cook verklagt Myright die Bundesregierung auf Schadenersatz und der GDV überprüft die Insolvenzabsicherung für Reiseveranstalter 

Von David GorrVersicherungswirtschaft

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Der nächste Urlaub wird in diesen Tagen bereits von vielen gebucht. Die Rabattschnäppchen darf man sich nicht entgehen lassen. Im Flieger selbst ahnen nur wenige ,wie sehr die Luftfahrtbranche in der Krise steckt. Überdurchschnittlich viele Flugzeugabstürze und 23 Insolvenzen bei den Airlines allein 2019. Wie das Being-Desaster sich im diesen Jahr auf die Fluggesellschaften auswirkt, ist noch gar nicht absehbar. Die größte Welle schlug die Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook. Mit dem Reiseveranstalter ging auch die britische Airline mit gleichem Namen zugrunde. Die deutsche Airline-Tochter Condor steht zum Verkauf – derzeit läuft der Betrieb dank eines Überbruckungskredits von 380 Mio. Euro vom Bund und dem Land Hessen. Die vielen Pleiten treffen auch die Versicherungsindustrie. Pauschalreisende haben nach EU-Recht einen vollständigen Anspruch auf Rückerstattung der Kosten. Doch Deutschland hat das Gesetz in deutsches Recht offenbar fehlerhaft umgesetzt. 

Blamage bei der Umsetzung der EU-Gesetzgebung

Hierzulande gibt es für Insolvenzen von Pauschalreiseanbietern zwar eine Insolvenzversicherung, doch deren Entschädigungssumme ist auf 110 Mio. Euro gedeckelt. Der zuständige Versicherer ist die Zurich. Die Kosten für Rückflüge der im Urlaub von der Pleite überraschten Touristen und die Entschädigungen für ausgefallene Reisen summieren sich laut dem Versicherer auf 347 Mio Euro. Zurich kann aber nur 50,4 Mio. Euro erstatten, da knapp 60 Mio. Euro bereits für den Rücktransport der Thomas-Cook-Urlauber geflossen seien. Kunden könnten daher damit rechnen, 17,5 Prozent ihrer Ansprüche erstattet zu bekommen. Die restlichen 82,5 Prozent müsste demnach der Bund schultern. In der Tat hat das Bundeskabinett am 11. Dezember angekündigt, alle von der Pleite betroffenen Pauschalreisenden vollständig entschädigen zu wollen. Bislang ist aber noch unklar, wann und auf welchem Weg das Geld fließen soll. Eine  Am 18. Dezember ist die Entschädigung überrasched von der Tagesordnung des Bundestagshaushaltsausschusses genommen worden. „Erst verschläft die Regierung den notwendigen Versicherungsschutz für Reisende, dann verspricht sie schnelle Hilfe des Steuerzahlers und kann sieben Tage später immer noch keine Rechtsgrundlage und keinen Haushaltstitel nennen“, sagte der FDP-Politiker Otto Fricke der FAZ.

GDV: Reiseanbieter sollen höhere Prämien zahlen

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