Erschienen in Ausgabe 1-2020Märkte & Vertrieb

„Standards müssen noch breiter genutzt werden"

Rolf Wiswesser, Vorstand Maklervertrieb Allianz, Kurt Mitzner, Sector Leader Insurance Deloitte, und Frank Schrills, Geschäftsführender Präsident BiPRO, über Erfolgsfaktoren bei der Digitalisierung

Von VW-RedaktionVersicherungswirtschaft

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Im Rahmen der Digitalisierung ist die Fähigkeit, sich effizient mit allen Marktteilnehmern wechselseitig zu vernetzen, ein existenzieller Erfolgsfaktor. Erst dadurch werden die automatisierten Prozesse zwischen den Marktteilnehmern sichergestellt. Das gilt auch über den Versicherungsmarkt hinaus. Durch geschickte Orchestrierungen der über die Vernetzung integrierbaren Prozesse werden neue und wettbewerbssichernde Geschäftsmodelle erst möglich. In diesem Umfeld hat sich die Assekuranz bereits deutlich formiert. Denn in den vergangenen Jahren wurde gemeinsam der notwendige Industriestandard für die digitale Zusammenarbeit in Form der BiPRO-Normen entwickelt. Voraussetzung um diesen zu nutzen ist, dass nicht nur die eigene IT-Infrastruktur, sondern auch jahrzehntelange Arbeitsweisen und Unternehmenskulturen geändert werden. Den erheblichen Investitionen und Veränderungen muss durch eine ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie die notwendige Priorität gegeben werden. Um den aktuellen Stand der Branche zu untersuchen, haben der BiPRO e.V., als neutrale und von der Branche getragene Organisation, und Deloitte eine Studie durchgeführt. Wir konnten die Ergebnisse mit Frank Schrills, geschäftsführender Präsident des BiPRO e.V., Dr. Kurt Mitzner, Partner bei Deloitte, und Dr. Rolf Wiswesser, Allianz Vorstand Maklervertrieb, eingehender besprechen.

Herr Schrills und Herr Dr. Mitzner, was war das Motiv für die gemeinsame Studie?

Schrills: Wir wollten fundiert ermitteln, ob bei den Branchenteilnehmern eine ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie existiert, die auch die existenzielle wechselseitige digitale Vernetzung fokussiert. Zu erfahren, ob den daraus abgeleiteten Maßnahmenschwerpunkten auch eine ausreichende Umsetzungspriorität zugeordnet wird, war uns wichtig. Und - trotz aller messbaren Erfolge - waren wir gespannt darauf, wie die Branche dabei die erheblichen Effizienzpotentiale des BiPRO-Branchenstandards bewertet.

Mitzner: Wir von Deloitte unterstützen den BiPRO e.V. seit Langem in seiner Arbeit und sind von BiPRO und den entwickelten Standards überzeugt. Digitale Prozesse einschließlich des damit verbundenen Datenaustauschs über Unternehmensgrenzen hinweg sind für den Geschäftserfolg u.E. essentiell, aber erst durch die Festlegung von Standards effizient umsetzbar. Unsere Kundenprojekte rund um das Thema „Prozessoptimierung“ zeigen, dass der Umbau der Organisation häufig hohe Investitionen auslöst. Investitionssicherheit ist deshalb eine zentrale…